Beim FC Schalke 04 bahnt sich die nächste wichtige Vertragsentscheidung an. Hasan Kurucay gehört zu den Leistungsträgern der Königsblauen, besitzt allerdings nur noch einen Vertrag bis zum Saisonende. Gespräche über eine Verlängerung haben bislang offenbar nicht stattgefunden – sehr zum Unverständnis des 29-Jährigen.
Nach dem 0:0 gegen die SV Elversberg sprach Kurucay offen über seine Situation. Sorgen um seine Zukunft macht sich der Innenverteidiger zwar nicht, von Schalke hätte er sich inzwischen aber ein deutliches Signal gewünscht.
„Ich habe vom Verein gar nichts gehört. Was passiert, sehen wir am Ende. Wenn mein Vertrag ausläuft, dann weiß ich: Ich werde nicht vereinslos sein. Da habe ich keinen Stress“, erklärte Kurucay.
Deutlicher wurde der Abwehrspieler mit Blick auf die Vertragsverlängerungen einiger Mannschaftskollegen. Während Schalke zuletzt bereits andere Personalien geklärt hat, wartet Kurucay weiterhin auf ein Gespräch.
„Natürlich bin ich ein bisschen enttäuscht, wenn ich sehe, dass meine Teamkollegen mit guten Leistungen neue Verträge bekommen und ich als Führungsspieler ohne neuen Vertrag dastehe. Aber ich fokussiere mich auf die Spiele und darauf, am Saisonende den Klassenerhalt zu erreichen.“
Baumann erklärt Schalkes Zurückhaltung

Dass Schalke bislang noch nicht auf Kurucay zugegangen ist, bedeutet allerdings nicht zwangsläufig, dass der Verein ohne den Innenverteidiger plant. Sportvorstand Frank Baumann machte gegenüber der Bild deutlich, dass man mit dessen Entwicklung sehr zufrieden sei.
„Hasan ist jemand, der seit mehr als einem Jahr richtig gute Leistungen bringt, wir sind sehr zufrieden mit ihm und seiner Entwicklung. Wir hatten bei den Verlängerungen zunächst andere Prioritäten, das stimmt, aber wir sind entspannt und werden uns zu gegebener Zeit mit Hasan und seinem Berater zusammensetzen“, erklärte Baumann.
Damit deutet vieles darauf hin, dass Schalke grundsätzlich an einer weiteren Zusammenarbeit interessiert ist. Konkrete Verhandlungen stehen allerdings noch aus.
Kurucay fühlt sich auf Schalke wohl
Für die Königsblauen könnte die Zeit dennoch eine Rolle spielen. Läuft Kurucays Vertrag tatsächlich aus, kann der 29-Jährige den Verein im Sommer ablösefrei verlassen.
Nach Informationen der WAZ fühlt sich der Verteidiger in Gelsenkirchen sehr wohl. Eine grundsätzliche Bereitschaft für einen Verbleib scheint damit vorhanden zu sein. Voraussetzung dafür ist jedoch, dass Schalke die Gespräche tatsächlich aufnimmt.
Kurucay macht jedenfalls keinen Hehl daraus, dass ihn die bisherige Zurückhaltung des Vereins beschäftigt. Gleichzeitig setzt der Führungsspieler Schalke öffentlich nicht unter Druck und richtet seinen Fokus zunächst auf den sportlichen Endspurt.
Die Ausgangslage ist damit klar: Schalke möchte Kurucay offenbar halten, Kurucay fühlt sich beim Verein wohl – gesprochen wurde bislang trotzdem nicht. Je länger die Königsblauen warten, desto größer dürfte die Gefahr werden, dass sich auch andere Vereine mit dem ablösefreien Innenverteidiger beschäftigen.

