Klopp will „Nationalstolz nicht den Falschen überlassen“

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Jürgen Klopp sprach am Donnerstag nicht nur über seinen ersten DFB‑Kader. Der Trainer sendete eine wichtige Botschaft.

Mit einer auffälligen Kappe betrat der neue Bundestrainer am Donnerstagvormittag den Pressesaal am DFB-Campus in Frankfurt am Main. Das Adidas-Logo war in den Farben Schwarz, Rot und Gold gehalten, der Schriftzug „Einer von 83 Millionen“ prangte darauf. Der gut aufgelegte Klopp machte sich einen Spaß daraus und verschenkte eine Kappe an einen Reporter, der einen zuvor nicht bekannten Namen aus seinem Kader erriet.

Während Klopps Kopfbedeckung im Laufe der Pressekonferenz immer wieder Gegenstand flapsiger Sprüche war, schlug der 59-Jährige ernstere Töne an, als er nach der Botschaft der Kappe gefragt wurde. Mit Blick auf die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt, bei der die vom Landesverfassungsschutz als gesichert rechtsextremistisch eingestufte AfD stärkste Kraft wurde, sagte der Nachfolger von Julian Nagelsmann: „Zuletzt hat eine Wahl stattgefunden, die viele Leute ganz ok fanden, bei der aber auch viele dachten: ‚Ach du lieber Himmel, was passiert denn da?'“

Seitenhieb gegen die AfD: Klopp will „die Fahne zurückholen“

Klopp fügte an: „Ich würde mir oder uns gern die Fahne zurückholen, wenn ich ganz ehrlich bin. Ich will nicht, dass, wenn sie einer schwenkt, jemand denkt: ,Was ist mit dir nicht in Ordnung?’ Sondern dass man einfach nur das Gefühl hat: Ja, du bist happy und verstehst, dass du Glück hattest, dass du in diesem wundervollen Land geboren, aufgewachsen, zugezogen – wie auch immer – dass du hier lebst. “

Jürgen Klopp
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Er wolle den „Nationalstolz nicht den falschen Leute überlassen“, betonte der Bundestrainer: „Positiver Patriotismus – gern! Kann man stolz darauf sein, Deutscher zu sein, und trotzdem offen und trotzdem vielfältig und trotzdem nett, freundlich sein? Kann man Mitgefühl haben? Kann man all diese Dinge haben? Ich bin hundertprozentig sicher: Ja!“

Der Sport sei zwar nicht so wichtig wie Ärzte oder Pflegepersonal, könne laut Klopp aber einen wichtigen Beitrag zur Gesellschaft leisten und dafür sorgen, „dass wir uns besser fühlen. Dass wir ein Gemeinschaftsgefühl entwickeln.“

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