Die Premier League hat erneut mit Abstand das meiste Geld in Spielertransfers investiert. Bei der UEFA kommen Bedenken auf.
Rund 4,6 Milliarden Euro investierten die Klubs der englischen Eliteliga in neuer Spieler und kumulierte damit höhere Transferausgaben als die acht folgenden Länder zusammen. Zum Vergleich: Die Bundesliga kommt mit ihren 18 Klubs auf 784 Millionen Euro Transferausgaben.
Die UEFA befürchtet, dass die exorbitanten Summen auf der Insel immer mehr zu einer Zwei-Klassen-Gesellschaft auf dem Transfermarkt führen. „Die Transferwerte steigen weiterhin stark an, insbesondere auf dem englischen Markt, was den künftigen Druck auf die Finanzergebnisse der Klubs erhöht“, zitiert die BBC Andrea Traverso, der beim Kontinentalverband als Finanzdirektor tätig ist: „Diese Entwicklungen deuten zudem auf eine zunehmende Konzentration von Talenten und eine wachsende Marktpolarisierung hin, bei der sich ein deutliches Zwei-Klassen-System herausbildet.“
Volumen des Binnenmarktes der Premier League nimmt zu
Pro neuem Spieler legen die englischen Klubs im Schnitt 24 Millionen Euro auf den Tisch. Verglichen mit den durchschnittlich vier Millionen Euro der übrigen Top-Ligen befürchtet Traverso ein „wachsendes Gefälle bei der Kaufkraft.“ Besonders die Zunahme teurer Wechsel innerhalb der Premier League fällt dabei auf. Traverso zufolge ist das Volumen des Binnenmarktes der Premier League so hoch, wie das der fünf nächstgrößten Marktströme zusammen. Zwischen englischen Klubs wurden 1,55 Milliarden Euro gezahlt, auf Platz zwei folgt der Strom von der Bundesliga in die Premier League (690 Millionen Euro).

Inzwischen nutzten die Klubs der englischen Liga rund 56% ihrer Jahreseinnahmen für Spielerkäufe. Während der Corona-Pandemie lag die Quote noch bei 33%. Die teuersten Transfers im Sommer waren die Wechsel von Enzo Fernandez (Chelsea zu ManCity, 145 Millionen Euro) Morgan Rogers (Aston Villa zu Chelsea, 138 Millionen Euro), Bradley Barcola (PSG zu Liverpool, 135 Millionen Euro) und Elliot Anderson (Nottingham zu ManCity, 135 Millionen Euro). Auch Sandro Tonali kostete Tottenham eine dreistellige Millionensumme.

