Oranje wütet nach deutschem Führungstor: Schiri-Experte spricht Klartext

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Das deutsche Führungstor beim 1:1 gegen die Niederlande hat in Amsterdam für reichlich Diskussionen gesorgt. Felix Nmecha brachte die DFB-Auswahl in der 32. Minute mit 1:0 in Führung. Weil Brian Brobbey zu diesem Zeitpunkt verletzt am Boden lag und Deutschland trotzdem weiterspielte, reagierten die Niederländer anschließend verärgert.

Die Szene begann, als Brobbey ohne Einwirkung eines Gegenspielers zu Boden ging. Deutschland befand sich zu diesem Zeitpunkt in Ballbesitz. Oranje-Kapitän Virgil van Dijk forderte die DFB-Spieler auf, den Ball ins Aus zu spielen.

Doch die Mannschaft von Jürgen Klopp setzte ihren Angriff fort. Über Joshua Kimmich, Nathaniel Brown und Nadiem Amiri lief der Ball durch die eigenen Reihen, ehe Kimmich die Situation mit einer Flanke weiter vorantrieb.

Über Philipp Treu und Karim Adeyemi landete der Ball schließlich bei Nmecha, der zum 1:0 traf.

Niederländer stellen DFB-Spieler zur Rede

Niederlande vs. Germany
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Unmittelbar nach dem Treffer wurde es hektisch. Mehrere niederländische Spieler liefen auf die Deutschen zu und stellten sie wegen des Weiterspielens zur Rede. Vor allem Kapitän Kimmich geriet dabei in den Fokus.

Doch war es überhaupt die Aufgabe der deutschen Spieler, den Ball ins Aus zu befördern?

Aus Sicht von Schiedsrichter-Experte Manuel Gräfe ist die Antwort eindeutig. „Regeltechnisch ist alles korrekt. Nur bei Kopfverletzungen oder schweren Verletzungen muss unterbrochen werden“, erklärte der frühere Bundesliga-Schiedsrichter gegenüber BILD.

Da bei Brobbey keine entsprechende Verletzung erkennbar war, bestand für Schiedsrichter Alejandro Hernández somit kein Grund, die Begegnung zwingend zu unterbrechen.

Auch der VAR überprüfte die Situation. Nach der Rücksprache blieb Hernández bei seiner Entscheidung: Der Treffer zählte.

„Das hat das DFB-Team clever ausgenutzt“

Gräfe kann gleichzeitig nachvollziehen, warum die Szene bei den Niederländern für Ärger sorgte. In einem weniger bedeutenden Spiel hätte Deutschland die Situation womöglich anders gelöst.

„In einem Freundschaftsspiel hätte man den Ball sicher herausgespielt, aber es ist ein Pflichtspiel. Die Holländer waren kurz nicht voll fokussiert. Das hat das DFB-Team clever ausgenutzt“, erklärte der 52-Jährige.

Damit unterscheidet Gräfe klar zwischen sportlicher Fairness und den tatsächlichen Regeln. Für ihn war es legitim, dass die deutsche Mannschaft ihren Angriff fortsetzte.

„Freunde macht man sich damit nicht, aber es ist Profisport. Es hätten sehr viele weitergespielt. Letztendlich hatte der Spieler hinten gar keine Auswirkung. Es war ein Fehler der Holländer, nicht konzentriert weiterzuspielen“, so Gräfe weiter.

Für die Niederländer war die Szene besonders bitter, weil ihre kurze Unaufmerksamkeit unmittelbar zum Gegentreffer führte. Deutschland nutzte die Situation konsequent aus und ging durch Nmecha in Führung.

Für einen Sieg reichte der Treffer am Ende allerdings nicht. Cody Gakpo erzielte kurz vor Schluss den 1:1-Ausgleich. Die Diskussionen über die Entstehung des deutschen Führungstores dürften dennoch noch eine Weile anhalten.

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