Verpatzter Heimeinstand: Klopps DFB-Team fehlt noch die Kreativität

Foto: IMAGO

Die deutsche Nationalmannschaft hat das Heimdebüt unter Bundestrainer Jürgen Klopp verpatzt. Gegen Griechenland fehlte es dem DFB-Team an Kreativität.

Das erste Heimspiel als Nationaltrainer hatte sich Jürgen Klopp ganz anders vorgestellt. Nach dem ordentlichen Auftritt beim 1:1 gegen die Niederlande unterlag die DFB-Elf Griechenland mit 0:1. „Es gibt für mich keinen Grund, jetzt in Depression zu verfallen und zu sagen, wir sind ja doch so schlecht. Sind wir nicht“, brachte es Klopp nach der Partie auf den Punkt: „Aber wir sind auch nicht jetzt schon wieder so gut, wie wir gerne wären.“ Stimmt, denn: Auch wenn das 0:1 gegen stark besetzte Hellenen zu Beginn des Umbruchs kein Drama ist, sind die Mängel der Mannschaft noch deutlich zu sehen.

Klopp vertraute wie gegen die Elftal erneut auf ein 4-3-3-System mit Kevin Schade und Karim Adeyemi auf den Flügeln. Felix Nmecha und Debütant Bambasé Conté bildeten die Doppel-8 vor Sechser Joshua Kimmich. Im Sturmzentrum durfte Younes Ebnoutalib ran, der schon in Amsterdam nach einer halben Stunde den verletzten Kai Havertz ersetzte.

Undankbare Aufgabe für DFB-Stürmer: Ebnoutalib hängt in der Luft

Die deutsche Auswahl agierte meist aufmerksam im Gegenpressing und hatte über weite Strecken die Spielkontrolle, tat sich aber schwer, diese in Torchancen umzumünzen. Gefährlich wurde es vor allem dann, wenn man selbst mal zu Umschaltmomenten kam und Adeyemi sein Tempo ausspielen konnte. Im Abschluss agierte der Barca-Neuzugang erneut unglücklich.

Jürgen Klopp und Kevin Schade
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Wenn die Nationalelf jedoch gegen den kompakten griechischen Block anrannte, entstand selten Torgefahr. Die entscheidenden Ideen fehlten im letzten Drittel, sodass Abschlussspieler Ebnoutalib völlig in der Luft hing. Gerade im Mittelfeld waren kreative Elemente Fehlanzeige. Nmecha erwischte einen schwachen Tag und hatte auch seine Aktien am Gegentreffer, allerdings ist der Dortmunder ohnehin jemand, der eher über seine Physis als über den entscheidenden Steckpass kommt. Das gilt auch für Hoffenheim-Profi Conté, der bei seiner DFB-Premiere dennoch einige gute Aktionen hatte.

Beide Achter verkörpern Mittelfeldspieler wie Klopp sie besonders mag. Dynamisch, körperlich präsent und gut am Ball. Auch die Außenstürmer Schade und Adeyemi scheinen mit ihrem Speed und ihrer Geradlinigkeit im Angriff wie geschaffen für den Klopp’schen Heavy-Metal-Fußball.

Hoffnungen auf El Mala, Wirtz und Karl

Zwei entscheidende Elemente gehen den vier Nationalspielern jedoch ab. Während die Mittelfeldspieler beide keine kreativen Spielmacher sind, fehlt es den Flügeln an Durchsetzungsvermögen im 1-gegen-1 in engen Räumen. Gegen tief stehende Gegner stößt die DFB-Elf daher in der Offensive noch schnell an ihre Grenzen.

Spannend wird zu beobachten sein, wie sich der zweite Kader im Vergleich schlägt, der ab sofort die Vorbereitung auf die weiteren Spiele gegen Serbien und Griechenland aufnimmt. Florian Wirtz, in Augsburg als Joker blass, kann grundsätzlich für kreative Momente aus dem Achterraum sorgen, wenngleich er in Liverpool seiner Form hinterherläuft. Mit Said El Mala und Lennart Karl stoßen zudem zwei junge Angreifer zum DFB-Tross, deren Stärken eindeutig im 1-gegen-1 liegen.

Florian Wirtz
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Der XXL-Kader bringt insgesamt zahlreiche vielversprechende Spielerprofile und Qualitäten mit. Für Klopp geht es in der ersten Länderspielpause vor allem darum, aus den 44 Spielern den bestmöglichen Kader samt potenzieller Startelf für die November-Partien zusammenzubasteln. Das 0:1 gegen Griechenland hat für dieses Vorhaben gerade in der Offensive Erkenntnisse geliefert.

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