Lösungen gegen tiefe Blöcke gesucht: Drei To-dos für das DFB-Team

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Am Donnerstagabend beginnt für Jürgen Klopp und seine DFB-Elf die zweite Hälfte des ersten Nations-League-Blocks. Es ist noch viel zu tun.

Die ersten beiden Partien als Bundestrainer hatte sich der 59-Jährige sicherlich anders vorgestellt. Auf ein ordentliches, aber schmeichelhaftes 1:1 gegen starke Niederländer enttäuschte das neuformierte DFB-Team am zweiten Spieltag in Augsburg gegen Griechenland und unterlag den Hellenen mit 0:1.

Bevor man sich am Sonntag erneut mit dem Europameister von 2004 misst, steht am Donnerstagabend das Heimspiel gegen noch punktlose Serben in München auf dem Programm. Im dritten Anlauf will Klopp seinen ersten Sieg im neuen Amt feiern. Viel wichtiger ist für den neuen Hoffnungsträger jedoch, dass er von vielen weiteren Spielern einen Eindruck bekommt.

Bis auf einige Ausnahmen wurde der Kader am Montag ausgetauscht, jetzt darf sich der zweite Teil von Klopps XXL-Aufgebot beweisen. Dabei stehen einige Spieler aus der zweiten Reihe gleich in der Verantwortung, da nach den Ausfällen von Kai Havertz und Jamal Musiala nun mit Nico Schlotterbeck der dritte potenzielle Schlüsselspieler ausfällt. Wir geben der Nationalmannschaft vor den Duellen mit Serbien und Griechenland drei To-dos an die Hand.

Klare Rollenverteilung im Zentrum: Freiraum für Wirtz

Gegen den tiefen Block der griechischen Auswahl tat sich die deutsche Mannschaft schwer und konnte aus dem Zentrum kaum Chancen kreieren. Mit Florian Wirtz dürfte gegen Serbien nun ein Spieler in der Startelf stehen, der mit seiner Kreativität genau solche Blockaden lösen kann.

Florian Wirtz
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Dafür bedarf es im von Klopp präferierten Dreier-Mittelfeld aber einer klaren Rollenverteilung. In der Vergangenheit waren seine Teams immer dann besonders erfolgreich, wenn sich ein klarer Abräumer vor der Abwehr (Sven Bender in Dortmund, Fabinho bei Liverpool), ein Verbindungsspieler (Nuri Sahin, Jordan Henderson) und ein kreativer Antreiber (Shinji Kagawa, Georginio Wijnaldum) ergänzten.

Für die Bender/Fabinho-Rolle kommen im aktuellen Kader am ehesten Anton Stach oder Vitaliy Janelt infrage, Aleksandar Pavlovic oder Tom Bischof könnten daneben den Taktgeber verkörpern. Für die besonderen Momente soll Wirtz sorgen, dafür braucht der formschwache Ausnahmespieler des FC Liverpool aber die Rückendeckung seiner Nebenmänner.

Neue Flügelzange: Top-Talente sollen 1-gegen-1 forcieren

Auf den offensiven Außenbahnen dürften gegen Serbien und Griechenland zwei andere Spielertypen als in den letzten beiden Spielen zum Zuge kommen. Karim Adeyemi und Kevin Schade haben ihre Stärken in ihrem enormen Speed, tun sich aber gegen tiefstehende Gegner in engen Räumen schwer.

Mit Said El Mala und Lennart Karl stehen nun zwei Dribbelkünstler bereit, die genau diese Fähigkeit mitbringen. Beide kommen zwar nicht an das Tempo von Adeyemi und Schade ran, geben dem DFB-Team mit ihrer Unbekümmertheit und ihren Qualitäten im direkten Duell mit dem Gegenspieler neue Elemente. Das DFB-Team tut daher gut daran, genau diese 1-gegen-1- oder auch 1-gegen-2-Situationen in der Offensive zu provozieren.

„Tiefstehende Gegner sind die größte Herausforderung im Fußball für jede Mannschaft“, sagte Klopp im Gespräch mit RTL/n-tv. El Mala und Karl könnten Teil der Lösung sein.

Ergebnisse zählen, aber: Ruhe bewahren

„Es gibt für mich keinen Grund, jetzt in Depression zu verfallen und zu sagen, wir sind ja doch so schlecht. Sind wir nicht. Aber wir sind auch nicht jetzt schon wieder so gut, wie wir gerne wären“, sagte Klopp schon nach dem 0:1 gegen Griechenland und traf damit den Nagel auf den Kopf.

Jürgen Klopp
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Nur weil der erfolgreiche Vereinstrainer jetzt auf der Kommandobrücke steht, greift noch längst nicht wieder ein Rädchen ins andere. Sollte auch im zweiten Teil der Länderspielphase nur ein oder sogar kein Sieg gelingen, müssen rund um das DFB-Team weiter Ruhe und Zuversicht herrschen.

Schließlich befindet sich die Mannschaft eindeutig in einer Findungsphase, in der aktuellen Konstellation wird der DFB-Tross wohl nie wieder zusammentreffen. Der Umbruch ist in vollem Gange, aber noch längst nicht abgeschlossen. Das gilt sowohl auf dem Rasen, als auch auf der Führungsetage, wo Per Mertesacker erst im Januar seinen Posten als neuer Geschäftsführer antreten wird.

Mit guten Ergebnissen gegen Serbien und Griechenland können Klopp und sein Team das etwas abgeflachte Feuer wieder so richtig entfachen. Doch selbst wenn das nicht gelingt: Klopp und co. haben für ihren XXL-Umbau beim größten nationalen Sportverband der Welt noch genug Zeit.

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