Bayern-Campuschef: Das sind die Lehren aus dem Yildiz-Abgang

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Kenan Yildiz verließ den FC Bayern 2022 ohne Ablöse in Richtung Juventus Turin. Campus-Leiter Jochen Sauer hat nun erläutert, warum der Klub das Talent damals nicht halten konnte. Der Fall hat demnach den Umgang mit dem eigenen Nachwuchs verändert.

Der heute 21-Jährige stammt aus Regensburg und trug elf Jahre lang das Trikot der Münchner. Mit 17 zog er nach Italien weiter und schaffte dort den Sprung in den Profikader. Inzwischen hat sich Yildiz bei Juventus und in der türkischen Nationalmannschaft festgespielt, zudem wird sein Name mit Klubs wie Real Madrid genannt.

Im Gespräch mit SPOX verwies Sauer auf die große Konkurrenz in Yildiz‘ Jahrgang. Mit Paul Wanner und Arijon Ibrahimovic hätten dort zwei weitere hochbegabte Spieler gestanden. „Der damalige Profikader hat nicht zugelassen, drei 17-jährige Offensivspieler gleichzeitig mittrainieren zu lassen“, sagte Sauer.

Juventus bot einen Platz bei den Profis

Hinzu kam laut Sauer, dass sich bereits die Verpflichtung von Mathys Tel abzeichnete, der ebenfalls 2005 geboren ist. Juventus habe Yildiz dagegen einen festen Platz im Training der ersten Mannschaft zugesichert, was der FC Bayern damals nicht leisten konnte. Sauers Einordnung: „Deshalb hat er für sich auch die richtige Entscheidung getroffen.“

Kenan Yildiz
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Von den übrigen Talenten setzte sich keines dauerhaft in München durch. Wanner ging nach mehreren Leihstationen zur PSV Eindhoven, Ibrahimovic spielt derzeit leihweise beim FC Augsburg. Tel zog es später zu Tottenham.

Stiller und Yildiz als Wendepunkt

Nach Darstellung von Sauer gab der Abgang gemeinsam mit dem Fall Angelo Stiller den Anstoß, den Übergang vom Campus zu den Profis neu zu ordnen. Stiller war bereits 2021 ablösefrei nach Hoffenheim gewechselt und stieg später zum deutschen Nationalspieler auf. Yildiz‘ Entwicklung in Turin wertete Sauer als weiteren Beleg, dass Münchner U19-Spieler bei internationalen Spitzenklubs schnell bestehen können.

Für den Klub ergab sich daraus eine klare Konsequenz. „Es bringt ja nichts, Spieler mit großem Aufwand auszubilden, um dann weder sportlich noch finanziell davon zu profitieren“, sagte Sauer.

Inzwischen gehören mit Aleksandar Pavlovic und Lennart Karl zwei Spieler aus dem Campus fest zum Profikader. Unter Trainer Vincent Kompany kamen außerdem zahlreiche weitere Nachwuchskräfte zum Zug.

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