Der frühe Slot der Champions-League-Mittwochskonferenz bot mit Real Madrid und dem FC Liverpool zwei echte Schwergewichte auf. Während die Königlichen in Griechenland gegen AEK Athen gefordert waren, erwartete die Reds gegen Fenerbahce in Istanbul ein echter Hexenkessel.
Nichtsdestotrotz waren die Favoritenrollen klar verteilt. Sowohl Real als auch Liverpool waren in der Königsklasse vor dem vierten Spieltag noch ohne Punktverlust. Allerdings hatten beide Teams zumindest phasenweise gegen nominell schwächere Gegner Anfälligkeiten präsentiert, entsprechend rechneten sich Athen und Fenerbahce einiges aus.
Und siehe da. Das erste Highlight des Abends ereignete sich in Athen und zwar für die Gastgeber. Ex-Madrilene Luka Jovic setzte Aboubakary Koita halbrechts in Szene. Der Flügelstürmer ließ Marc Cucurella stehen und drosch den Ball humorlos ins kurze Eck, Thibaut Courtois war ohne Abwehrchance (12.). Der Außenseiter erwischte den erhofften Traumstart und ging früh in Führung.
Fener kontert Liverpool-Führung, Bellingham traumhaft per Hacke
13 Minuten später und ungefähr 560 Kilometer weiter nordöstlich landete in Istanbul zunächst der FC Liverpool den ersten Stich. Eine Halbfeldflanke von Dominik Szoboszlai konnte Archie Brown nur unzureichend per Kopf klären. Reds-Youngster Trey Nyoni ging bei einem Volley von der Strafraumkante Risiko und wurde dafür belohnt. Der Versuch schlug zentral flach im Kasten ein, Fener-Keeper Ederson machte allerdings auch keine gute Figur (25.).

Die Führung hatte jedoch nur kurze Zeit Bestand. Fener hatte mit einem Lattentreffer zunächst noch Pech, dann aber Glück, als Jeremy Jacquet bei einem Freistoß von Mason Greenwood den Ball unglücklich und unhaltbar für Alisson im Tor abfälschte. Der Ausgleich der Türken ging am Spielverlauf gemessen in Ordnung (29.).
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Unterdessen machte AEK in Athen weiterhin kein schlechtes Spiel, allerdings zeigte sich die individuelle Klasse der Madrilenen immer häufiger. Einer dieser glanzvollen Momente gehörte Jude Bellingham, der eine Flanke von Cucurella glanzvoll mit der Hacke aus der Luft ins rechte untere Eck veredelte (32.). Nach dem Ausgleich der Königlichen passierte in Sachen Toren erstmal nichts mehr, mit zwei Punkteteilungen ging es für den Moment in die Halbzeitpause.
Daran änderte sich lange Zeit nichts. Die Favoriten hatten jeweils das Heft in der Hand, allerdings ohne weiteren Torerfolg. Liverpool legte personell nach, brachte Florian Wirtz, Cody Gakpo und Alexander Isak – Andoni Iraola setzte mit der Hereinahme der nominell ersten Garde ein klares Zeichen (66.).
Das zahlte sich wenige Minuten später aus. Kostas Tsimikas schickte Gakpo auf die Reise, der Niederländer brachte eine klasse Flanke in den Fünfmeterraum. Dort stieg Isak am höchsten, schloss erfolgreich die Joker-Co-Produktion ab und besorgte vor allem die erneute Führung der Reds (69.).
Fener dreht das Spiel, Valverde-Hammer lässte Real jubeln
Konnte das Team von Ex-Liverpool-Star und Fener-Interimscoach Dirk Kuijt nochmal zurückschlagen? Und wie, nur wenig später verlängerte Gakpo im eigenen Sechzehner eine Flanke unglücklich nach hinten, Brown staubte am zweiten Pfosten ab. Der erneute Ausgleich für Fener, eine heiße Schlussphase stand bevor (73.).
Selbiges galt für die Szenerie in Athen. Sensationell ging AEK erneut in Führung, der aufgerückte Linksverteidiger Stavros Pilios tunnelte Courtois und verwandelte die AEK-Arena in ein Tollhaus (75.). Die Griechen mussten die Feierstimmung aber schnell wieder herunterfahren. Denzel Dumfries bediente Kylian Mbappé, der Superstar glich postwendend aus (78.).
Es ging rasant weiter. In Istanbul drehte Fener das Spiel, Vedat Muriqi setzte sich gegen drei (!) Verteidiger durch und nickte eine Flanke von Brown ins Gehäuse. Kuijts Team drehte das Spiel, der gelb-dunkelblaue Teil der türkischen Millionen-Metropole stand Kopf (79.)

In Athen kämpfte der Außenseiter um den Prestige-Punkt, Reals individuelle Qualität machte den Griechen spät einen Strich durch die Rechnung. Fede Valverde zog aus 25 Metern ab, sein Strahl schlug ohne Abwehrchance rechts im Seitennetz ein (90+2.). Real zog in letzter Minute den Kopf aus der Schlinge, das gelang Liverpool in Istanbul nicht mehr. Die Reds vermasseln sich die perfekte Bilanz, Real behält diese bei.
