Harry Kane spielte die erfolgreichste Saison seiner Karriere und führte den FC Bayern mit einer beeindruckenden Torquote zu mehreren Titeln. Dennoch reicht das für Emmanuel Petit nicht aus. Der französische Weltmeister von 1998 wirft dem Engländer vor, in den entscheidenden Momenten nicht geliefert zu haben – und spricht ihm deshalb sogar die Chancen auf den Ballon d’Or ab.
Mit 61 Toren in 51 Pflichtspielen für den FC Bayern war Harry Kane einer der überragenden Akteure der Saison 2025/26. Auch bei der Weltmeisterschaft setzte der Kapitän der englischen Nationalmannschaft seine starke Form fort und erzielte sechs Treffer.
Der große Wurf blieb den Three Lions allerdings verwehrt. Im Halbfinale scheiterte England an Argentinien und Lionel Messi – ein Umstand, der Kane nun Kritik von prominenter Seite einbringt.
Petit: „Als es wirklich darauf ankam, ist er abgetaucht“
Im Gespräch mit dem Portal Mr Gamble fand Emmanuel Petit deutliche Worte über den Bayern-Stürmer. Der Weltmeister von 1998 erkennt zwar Kanes außergewöhnliche Torquote an, sieht darin jedoch keinen ausreichenden Grund für eine Auszeichnung mit dem Ballon d’Or.
„Harry Kanes Chancen auf den Ballon d’Or sind vertan. Wenn man nur die Bundesliga als Maßstab nimmt, gibt es daran überhaupt nichts auszusetzen. Aber in der Champions League und mit der Nationalmannschaft, als es wirklich darauf ankam, ist er abgetaucht“, erklärte Petit.
Für den ehemaligen französischen Nationalspieler fehlte Kane in den größten Spielen der entscheidende Einfluss – trotz seiner beeindruckenden Statistiken.
Andere Stars haben laut Petit die Nase vorn

Statt Kane sieht Petit mehrere andere Spieler im Rennen um den prestigeträchtigen Individualpreis.
„Lamine Yamal? Er hat eine großartige Weltmeisterschaft gespielt. Die Kriterien für den Ballon d’Or haben sich inzwischen genauso stark verändert wie die Regeln auf dem Platz. Rodri war auch bei diesem Turnier wieder der beste Spieler. Messi hat ebenfalls eine starke WM gespielt, aber er spielt für Miami“, erklärte der Franzose.
Seine Kritik an Kane wollte Petit dennoch nicht als Generalabrechnung verstanden wissen. „Ich kann nicht mit dem Finger auf ihn zeigen, weil er alles versucht und viele Tore erzielt hat. Aber in den großen Spielen – genauso wie in der Champions League – hatte er nicht den entscheidenden Einfluss. Deshalb sehe ich einige andere Spieler vor ihm“, so der Weltmeister von 1998.
Unabhängig von der Einschätzung Petits dürfte Kane auch in der kommenden Saison wieder zu den prägenden Figuren des FC Bayern gehören. Der 33-Jährige ist unter Vincent Kompany der unumstrittene Fixpunkt der Offensive und will nach der erfolgreichen Vorsaison den nächsten Angriff auf die Champions League starten. Gleichzeitig dürfte der Ballon d’Or für den englischen Torjäger weiterhin ein großes persönliches Ziel bleiben.

