„Ungerecht behandelt“: Völler glaubt an schnelles Nagelsmann-Comeback

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Rudi Völler hat sich erneut schützend vor Julian Nagelsmann gestellt und den ehemaligen Bundestrainer gegen die Kritik nach dem enttäuschenden Abschneiden bei der Weltmeisterschaft verteidigt. Der DFB-Sportdirektor räumte dabei auch eigene Versäumnisse ein und zeigte sich überzeugt, dass Nagelsmann schon bald wieder einen Spitzenklub trainieren wird.

Auf dem Internationalen Trainer-Kongress in Mainz fand Völler deutliche Worte zur öffentlichen Debatte rund um den ehemaligen Nationaltrainer. „Das hat er nicht verdient. Teilweise war es zu hart und einfach auch ungerecht. Das habe ich ehrlich gesagt lange unterschätzt, das war mein großer Fehler“, erklärte der 66-Jährige.

Völler traut Nagelsmann eine große Trainerkarriere zu

Trotz des WM-Aus sieht Völler die Zukunft des 39-Jährigen äußerst positiv. Für den DFB-Sportdirektor steht außer Frage, dass Nagelsmann schon bald auf die große Trainerbühne zurückkehren wird.

„Er ist ein Top-Charakter, ein Top-Junge, der eine ganz große Trainerkarriere vor sich hat, er ist ja noch jung. Ich bin mir sicher, dass es nicht lange dauern wird, bis er wieder bei einem Topverein ist. Da wette ich sehr viel drauf“, betonte Völler.

Bereits während der Weltmeisterschaft hatte der ehemalige Nationalspieler seinem Trainer öffentlich den Rücken gestärkt. Rückblickend ist Völler jedoch überzeugt, dass Nagelsmann die notwendige Unterstützung von außen gefehlt habe.

„Er habe in den Medien und auch bei den Fans nicht mehr die Lobby gehabt, die er gebraucht hätte. Egal, welche Entscheidung er getroffen hat, sie wurde häufig negativ ausgelegt“, erklärte der DFB-Sportdirektor.

„Er hat kommunikativ den ein oder anderen Fehler gemacht“

Julian Nagelsmann
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Besonders kritisch äußerte sich Völler über die Diskussionen rund um das deutsche WM-Quartier. Fotos von Familienmitgliedern der Nationalspieler und des Trainerteams seien aus seiner Sicht zu Unrecht zu einem großen Thema gemacht worden.

„Aber dass wir ausgeschieden sind, lag nicht daran, dass Lena Nagelsmann beim Radfahren fotografiert wurde“, stellte Völler klar. Gleichzeitig kritisierte er auch ehemalige Profis, die sich an der Debatte beteiligt hatten: „Da bin ich auch von einigen Experten enttäuscht, die selbst gespielt haben, und es eigentlich besser wissen müssten: Solche Dinge spielen für die Mannschaft doch gar keine Rolle. Und auch was über Stimmung und Quartier teilweise verbreitet wurde, waren Scheißhausparolen.“

Ganz ohne Kritik ließ Völler seinen ehemaligen Trainer allerdings nicht davonkommen. Rückblickend räumte er ein, dass Nagelsmann in der Kommunikation ebenfalls nicht alles richtig gemacht habe. „Er hat kommunikativ den ein oder anderen Fehler gemacht, da müssen wir nicht um den heißen Brei rumreden“, sagte der DFB-Sportdirektor.

Nach dem Rücktritt von Nagelsmann präsentierte der DFB in der vergangenen Woche Jürgen Klopp als neuen Bundestrainer. Für Völler steht dennoch fest, dass Nagelsmann schon in naher Zukunft wieder an der Seitenlinie eines europäischen Topklubs stehen wird.

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