In Frankreich, genauer in Lens, fand heute der Supercup statt. Der RC Lens empfing PSG im heimischen Stadion, rechnete sich dabei durchaus etwas aus.
Lens wurde in der abgelaufenen Saison Vizemeister und war das einzige Team, das national einigermaßen mithalten konnte. Den Coupe de France konnte Lens ebenfalls für sich entscheiden, damals gewann man das Finale gegen Nizza mit 3:1.
Und schon von Beginn an zeigten die Hausherren, dass man mit ihnen durchaus rechnen kann. Lens begann mutig, setzte sich gleich mal am Strafraum fest, ohne dabei die großen Chancen zu kreieren.
Thauvin setzt den Nadelstich – Lens schockt PSG
PSG hatte eine solche nach acht Minuten. Khvicha Kvaratskhelia zog aus der Distanz ab, scheiterte aber an einer Risser-Parade. Auch der Nachschuss ging nicht ins Tor. Jetzt drehte PSG allmählich auf. Eine Kvaratskhelia-Direktabnahme ging am Tor vorbei, ein Schuss von Maghnes Akliouche wurde noch in letzter Sekunde geblockt.

PSG blieb auf dem Gaspedal, Lens wollte kontern, was aber nicht immer mit der nötigen Zielstrebigkeit funktionierte. Erst nach rund 25 Minuten wurde Lens etwas gefährlicher, aber die großen Chancen gab es auch nicht, weil PSG sehr wachsam verteidigte. Nach 33 Minuten aber plötzlich nicht mehr! Denn Florian Thauvin tauchte frei am langen Eck auf und verwandelte eine flache Hereingabe zum 1:0.
In der 39. Minute sah Lens-Verteidiger Kyllian Antonio nach einem Tackling die rote Karte. Das war aber alles andere als eindeutig, weil der junge Verteidiger Akliouche erst traf, nachdem er den Ball spielte. Das war deutlich zu hart. Kurz vor der Pause traf Desire Doue noch aus spitzem Winkel das Aluminium. Dann war Pause.
Lens übersteht Defensivschlacht mit Nadelstichen
Nach dem Seitenwechsel hatte Vitinha die erste Chance, verzog aber recht deutlich. Lens blieb aber frech, Thauvin hatte einen guten Abschluss in petto, der ein oder andere Kontert wurde gut nach vorne gespielt. Nach einer guten Stunde scheiterte der eingewechselte Nuno Mendes aus kurzer Distanz an Risser, da lag der Ausgleich in der Luft.
Auffällig war, dass PSG häufig nur aus der Distanz zum Abschluss kam. Doue versuchte es, auch der eingewechselte Ousmane Dembele, aber Risser hatte im Prinzip immer eine Antwort. Fabian Ruiz traf dann zwar zum PSG-Ausgleich, aber die Fahne des Assistenten ging nach oben. Das wurde allerdings noch einmal überprüft, blieb aber bei der Entscheidung. Nach 80 Minuten hatte Dembele eine Chance, schoss aber freistehend aus acht Metern über das Tor.
Der Branchenprimus aus Paris tat sich durchaus schwer. Es war ein schleppendes Spiel, eines, in dem Lens alles reinwarf, was man zu bieten hatte. In der Schlussphase wurde sogar kurz noch einmal Gleichzahl hergestellt, weil Nuno Mendes auch vom Platz flog. Alle Offensivbemühungen von PSG waren am Ende vergeblich. Der RC Lens mit Trainer Dino Toppmöller gewann den Titel im Supercup!

