Viele Anwärter auf den Titel: Der Favoritencheck in der Serie A

Foto: IMAGO

Einmal mehr könnte die neue Saison in der italienischen Serie A von Spannung geprägt sein. Mehrere Klubs kämpfen um den Titel und wollen die bestmögliche Saison hinlegen. 

Titelverteidiger ist einmal mehr Inter. Die Mannschaft von Trainer Christian Chivu spielten der vergangenen Spielzeit auf einem hohen Niveau und schaffte es, wieder einmal die entscheidenden Punkte einzufahren.

Vizemeister wurde die SSC Napoli, gefolgt von der Roma und Como. Kein Team kam näher als elf Punkte an den Meister heran, deswegen ist Inter auch in der neuen Saison wieder der klare Favorit. Doch wer kann den Nerazzurri das Wasser reichen? Wir machen den Favoritencheck.

Inter: Marschiert man wieder davon?

Bei Inter hat sich im Sommer das ein oder andere verändert. Dennoch bleibt die Grundstruktur im Kader gleich. Matteo Darmian, Francesco Acerbi, Yann Sommer und Stefan de Vrij, erfahrene Spieler, stehen nicht mehr im Aufgebot. Bitter ist vor allem der Wechsel von Denzel Dumfries, einem der dominanten Spieler, der zu Real Madrid transferiert wurde.

Allerdings hat Inter auf alles eine Antwort. John Stones wurde geholt, um die Erfahrung zu steigern, Manuel Akanji wurde fest verpflichtet. Wichtige Vertragsverlängerungen sind längst in Arbeit, Djed Spence, ein englischer Nationalspieler, ersetzt Dumfries. Und mit Aleksandar Stankovic wurde ein Toptalent im Mittelfeld geholt, Curtis Jones von Liverpool soll hier folgen.

John Stones
Foto: Getty Images

Kurzum: Inter macht seine Hausaufgaben. Und am Spielstil unter Chivu wird sich freilich wenig verändert, weil der Kader von seiner Rollenverteilung her weiterhin auf ihn zugeschnitten ist. Im Prinzip kann sich Inter nur selbst schlagen oder dann gefährdet werden, wenn ein anderes Team einen riesengroßen Sprung macht.

SSC Neapel: Was kann der Vizemeister?

Napoli, der Vizemeister der letzten Saison, geht mit einem neuen, erfahrenen Trainer ins Rennen. Massimiliano Allegri ist der neue Chefcoach bei den Partenopei. Und seine pragmatische Art könnte helfen, Neapel auf ein höheres Level zu hieven. Miguel Gutierrez und Romelu Lukaku waren die prominentesten Abgänge, der fest verpflichtete Rasmus Höjlund und Alisson Santos die spannendsten Zugänge. Es soll sich noch etwas tun vor allem offensiv.

Und genau das ist der Knackpunkt. Direkt vor dem Start in die neue Saison ist der Kader noch nicht fertig. Allegri hat noch Wünsche, die finanzielle Situation muss dabei aber auch genau beachtet werden. Für Neapel, das spannende Spieler im Kader hat und vor allem im Zentrum viel Wucht mitbringt, werden die letzten Wochen auf dem Transfermarkt entscheidend sein.

Schon zwei neue Spieler, die ideal passen, könnten die Lage deutlich zugunsten des Herausforderers verändern. Aber auch dann wird man Zeit brauchen, den Allegri-Fußball komplett aufzusaugen. Die Vorzeichen stehen gut, was die Königsklasse angeht. Die Meisterschaft scheint jetzt aber erstmal weiter weg zu sein.

Juventus: Mehr als nur ein Außenseiter?

Juventus hat in der vergangenen Saison die Champions League verpasst, jetzt aber den Plan so richtig anzugreifen. Der Fußball, den Luciano Spalletti für die Bianconeri spielen lässt, soll in dieser Saison noch einmal verbessert werden. Es gab auch ein paar Veränderungen im Kader. Kerim Alajbegovic Jeff Ekhator, Jhon Lucumi und Randal Kolo Muani sollen helfen, Juventus noch schwerer ausrechenbar zu machen.

Kerim Alajbegovic
Foto: IMAGO

Sie sind allesamt Spieler, die in der Lage sind, die Bianconeri zu verbessern. Auch Torhüter Guglielmo Vicario ist ein Spieler, der von seiner Art her sehr gut passen könnte. Allerdings wurde auch ein Dusan Vlahovic abgegeben. Juventus hat noch einige Fragezeichen zu beantworten, aber auch eine solide und vernünftige Basis.

Der Kader wirkt besser als in der Vorsaison, das steht außer Frage. Jetzt geht es darum, dass das auch auf den Platz gebracht wird. Juventus wird sich strecken müssen, was den Titel angeht, aber zumindest ein Eingreifen in den Kampf um die vorderen Plätze ist drin.

Milan, Como, Roma: Es muss einiges passieren

Und sonst? Milan plant wieder einen Angriff, vor allem, weil Mario Gila und Goncalo Ramos für zusammen 104 Millionen Euro verpflichtet wurden. Darüber hinaus hat sich aber nicht allzu viel getan, abgesehen davon, dass auch hier ein neuer Trainer an der Seitenlinie steht. Ruben Amorim wird aber einige Probleme bekommen, wenn Milan es nicht gelingt, noch zwei, drei Spieler zu verpflichten, die wirklich ideal zu seinem Spielstil passen.

Die Roma, die eine sehr gute Saison hinter sich hatte, ist mit der eigenen Vorbereitung nicht ganz zufrieden. Gian Piero Gasperini ist zweifellos ein Perfektionist, für den es nicht nach Plan läuft. Aber: Es wurden gute Spieler geholt, darunter Nahuel Molina, Santiago Castro, Rodrigo Mora und Konstantinos Koulierakis. Das Thema in Rom ist eher die Zusatzbelastung durch die Champions League. Das muss gut gemanaged werden.

Und dann wäre dann noch Como. Das Team von Trainer Cesc Fabregas hat einen sehr spannenden und talentierten Kader. Und einen sehr spannenden und talentierten Trainer. Das sind absolut gute Voraussetzungen, aber es gilt das Gleiche, was auch für die Roma gilt: Die Champions League wird Körner kosten. Und deswegen sieht es danach aus als sei Inter auch diesmal wieder der glasklare Topkandidat.

Diesen Artikel teilen