Abstiegscheck Bundesliga: Traditionsclubs müssen kämpfen, überrascht Elversberg?

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Der langersehnte Bundesliga-Auftakt steht endlich vor der Tür. Wenn der FC Bayern München und der VfB Stuttgart den Startschuss für die Spielzeit 2026/27 geben, beginnt für einige Teams allerdings auch der unmittelbare Kampf ums Überleben.

,,Kandidaten gibt es reichlich.“ Das sagt zumindest Experte Lothar Matthäus und bezieht sich damit auf den anstehenden Abstiegskampf in der Beletage des deutschen Profifußballs. Durch den Relegations-Kollaps des VfL Wolfsburg erlebt die Bundesliga das erste Mal seit 2019 mal wieder drei Neuankömmlinge. Neben Zweitliga-Meister Schalke 04 schafften auch sensationell die SV Elversberg und der SC Paderborn den Aufstieg ins Oberhaus.

Als Aufsteiger hat man es traditionell nicht leicht, vor allem Elversberg und Paderborn dürften dem Ziel Klassenerhalt die oberste und einzige Priorität einräumen. Daneben bangen aber auch einige Traditionsvereine um den Verbleib in der Bundesliga. Wir stellen die zum aktuellen Zeitpunkt vier größten Sorgenkinder vor.

SC Paderborn 07

Vorweg: In Paderborn wird sehr gut gearbeitet. Die Ostwestfalen überwanden in der vergangenen Zweitligasaison viele Widerstände und haben sich die Rückkehr in die Bundesliga auch durch den Relegations-Kraftakt gegen Wolfsburg redlich verdient.

Dennoch wird das Team von Trainer Ralf Kettemann in nahezu allen Prognosen als Abstiegskandidat Nummer Eins gehandelt. Das hat hauptsächlich mit der Qualität des Kaders zu tun. Bundesliga-Erfahrung ist nahezu kaum vorhanden. Die Hoffnungen ruhen vor allem auf den jungen, talentierten, aber auch unerfahrenen Neuzugängen wie Rekord-Zugang Gabriel Vidovic (Dinamo Zagreb), Laurin Ernst (VfB Stuttgart), Nahuel Noll und Deniz Zeitler (beide TSG Hoffenheim).

Ralf Kettemann
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Darin liegt allerdings die größte Chance für Paderborn. Da nur wenig Geld für gestandene Bundesliga-Transfers übrig war, muss Kettemann auf die Rohdiamanten bauen – rufen diese schnell ihr Potential ab, könnte der SCP deutlich mehr Punkte holen als angenommen. Kettemann selbst ist ebenfalls ein Trumpf, scheint er doch vor allem im letzten Jahr seinem Team eine echte Identität gegeben zu haben.

SV Elversberg

Gut möglich, dass der Sensations-Aufsteiger am Ende eine der größten Überraschungen der Saison wird. Elversberg hat zwar keinen eigenen Bahnhof, dafür aber eine klare und erfolgreiche fußballerische Identität. Vor allem die Offensive um Lukas Petkov, David Mokwa, Tom Zimmerschied und Co. war maßgeblich dafür verantwortlich, dass der Verein aus dem Saarland am ersten Spieltag gegen Leverkusen seine Bundesliga-Premiere feiern darf.

SV Elversberg
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Viele Leistungsträger (inkl. Trainer Vincent Wagner) sind geblieben, das Team wurde vor allem durch junge, vielversprechende Talente wie Francis Onyeka, Noah Darvich oder Cole Campbell ergänzt. Ähnlich zu Paderborn ist das ein nachvollziehbarer Ansatz, birgt aber auch Risiken. Insgesamt kommt der Kader auf die dürftige Erfahrung von 83 Bundesliga-Spielen. Davon fällt mehr als die Hälfte auf Ergänzungsspieler Luca Pfeiffer, der vergangenes Jahr keine Rolle spielte (Zwei Einsätze).

Außerdem hat Elversberg in der Bundesliga wahrscheinlich größere Nachteile als im Jahr zuvor. Es ist anzunehmen, dass Wagners‘ Team vor Probleme gestellt werden wird, die es in dieser Form in der 2. Bundesliga so nicht gab. Meistern sie diese, hat Elversberg durchaus das Potential zu einer Art Heidenheim 2.0 zu werden. Für den Moment bleibt die Grundskepsis aber bestehen.

1.FC Köln

Die gute Nachricht: Said El Mala konnte gehalten werden. Dennoch drängt sich die Frage ,,Reicht das aus um die Klasse zu halten?“ beim Effzeh auf. Köln widerstand lukrativen Angeboten aus Dortmund und England, der Verein und die Fans dürfen sich auf mindestens eine weitere Saison des Shooting-Stars im rot-weißen Trikot freuen.

Dadurch fehlen aber Einnahmen, die an anderen Stellen des Kaders investiert hätten werden können. Kapitän Eric Martel wurde stattdessen mit dem in Frankfurt geschassten Rückkehrer Ellyes Skhiri ersetzt, für Rechtsaußen Jakub Kaminski wurde (noch) keiner verpflichtet. Köln hat sich auf dem Papier zu wenig verändert, als dass man von einer deutlichen Steigerung im Vergleich zu vergangener Rückrunde ausgehen kann. Die Domstädter holten aus den letzten 16 Ligaspielen nur zwei Siege, auch der Trainerwechsel von Lukas Kwasniok zu René Wagner zündete kaum.

René Wagner
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Nun hat Wagner eine ganze Vorbereitung Zeit bekommen, seine fußballerischen Ideen zu implementieren. Das Zitter-Weiterkommen im Pokal gegen die Würzburger Kickers hat nur bedingt Aufbruchstimmung erzeugt. Zum Auftakt geht es zunächst gegen die stark einzuschätzenden Gegner aus Stuttgart und Hoffenheim. Wird der Saisonstart in den Sand gesetzt, lastet bereits am dritten Spieltag zuhause gegen Bremen viel Druck auf Wagner und Co.

Werder Bremen

Apropos Bremen. Auch an der Weser ist die Stimmung alles andere als rosig. Die vergangene Saison war ein Reinfall, im Sommer wurde der Kader aber kaum verbessert. Im Gegenteil: Innenverteidiger Karim Coulibaly und Spielmacher Romano Schmid wurden ins Ausland abgegeben. Zwar kassierte Werder für beide Akteure Ablösen, allerdings in beiden Fällen deutlich unter Marktwert. Auch Torhüter Mio Backhaus hat den Verein in Richtung Freiburg verlassen.

So mussten Clemens Fritz und Co. erfinderisch werden, um vor allem die erschreckend schwache Offensive aus der Vorsaison (37 Tore, Platz 17) gefährlicher zu machen. Herausgekommen ist die Verpflichtung von Düsseldorf-Knipser Cedric Itten und Ex-Nationalspieler Niclas Füllkrug. Wie wichtig die Blitzrückkehr des einstigen Publikumsliebling war, zeigt die Tatsache, dass der 33-Jährige zum Ligaauftakt gegen Freiburg schon in der Startelf stehen soll.

Niclas Füllkrug
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Findet ,,Fülle“ in Bremen zu alter Stärke und wird mit reichlich Flanken gefüttert, könnte das Hoffnung für einen sorgenfreien Saisonendspurt im kommenden Frühling machen. Ist der Stürmer allerdings tatsächlich über seinen Zenit hinaus, fehlen auf dem Papier die absoluten Leistungsträger für den Turnaround. Dass Werders Hoffnungen zum Großteil auf einem 33-Jährigen liegen, verheißt zumindest mal zum Saisonstart nicht viel Gutes.

 

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