Die Bundesliga befindet sich derzeit am dritten Spieltag und dennoch herrscht hier und da schon der Krisenmodus. Dabei ist die Eintracht aus Frankfurt nach zwei teilweise sehr durchwachsenen Auftritten noch nicht einmal im absoluten Fokus.
Dennoch scheint klar zu sein: Für zwei Trainer von Teams aus der Bundesliga kann an diesem Wochenende die Luft zumindest bedeutend dünner werden. Die Rede ist von Martin Demichelis, dem neuen Coach von RB Leipzig, und von Eugen Polanski, der Gladbach in der neuen Saison in neue Sphären heben sollte.
Beide hatten also mit einigen Erwartungen zu tun. Und beide haben in den Auftaktspielen bisher nicht den Eindruck erweckt, dass sie mit ihrem Team schon ansatzweise da sind, wo sie sein wollen. Doch für wen könnte es wirklich eng werden?
Polanski muss in Freiburg punkten
Borussia Mönchengladbach steht bei null Punkten aus zwei Spielen. Normalerweise sollte das kein großer Grund zur Sorge sein, doch die Dinge in Mönchengladbach sind alles andere als ruhig. Im Sommer hatte man eigentlich das Gefühl, dass der Kader trotz geringem Budget eigentlich gut verstärkt wurde. Und Polanski kannte die Mannschaft und ihre Eigenarten jetzt ja. Trotzdem war die Pleite in Leipzig aufgrund ihrer Deutlichkeit ein Thema, das diskutiert werden musste.
Dass am zweiten Spieltag ein 3:4 gegen Elversberg nach 3:1-Vorsprung folgte, sorgte nicht für Beruhigung. Ganz im Gegenteil. Tim Kleindienst, eigentlich ein erfahrener Spieler, warf Teile der Mitspieler im Interview mit seiner Kritik regelrecht „vor den Bus“, Polanski selbst hatte auch nur wenig Erklärungen oder Lösungsansätze nach der Pleite. Hinzu kommen neue Verletzungen und die Ratlosigkeit, wie man zumindest die größten Probleme zeitnah beheben soll.

Nun wollte Gladbach nicht ganz nach vorne, also niemand sprach vom Europapokal, aber eine sorgenfreie Saison im Mittelfeld hatte man sich schon vorgestellt. Und davon ist man jetzt weit entfernt. Verliert man in Freiburg, dann wartet ein unangenehmes Mainz und dann ist Länderspielpause. Die dauert diesmal drei Wochen und wird deswegen ein idealer Zeitpunkt sein, um Dinge zu korrigieren, wenn man früh der Meinung ist, das zu tun.
Es kann also ungemütlich werden, wenn Polanski mit seinem Team in Freiburg nicht punktet. Und der Sportclub hat bisher jedes Pflichtspiel gewonnen.
Demichelis schon angezählt?
Martin Demichelis ist im Bundesligakontext ein großer Name. Der Trainer kam im Sommer aus Spanien und wollte mit RB Leipzig gleich einmal für Furore sorgen. Das 3:0 gegen Gladbach war auch in Ordnung, aber wenn man sieht, dass die Fohlen eben auch ein Team sind, das Probleme hat und bei dem der Trainer schon jetzt zur Debatte steht, lässt sich das gut einordnen. Danach hat Leipzig in Bremen verloren und das sang- und klanglos. Auch im Testspiel kurz vor dem Start in die neue Saison zeigte man sich beim FC Bayern nicht auf einem guten Level.
Jetzt kam auch noch das Spiel in der Champions League hinzu. Bei einer guten Mannschaft, keine Frage, das ist Como. Aber eben kein internationales Schwergewicht. Man spielte gegen Nico Paz, Martin Baturina, aber nicht gegen Vinicius Junior oder Khvicha Kvaratskhelia. Und ging komplett unter. Mit 1:4 verlor Leipzig und angesichts der Auslosung muss man jetzt schon ernsthafte Sorgen haben, dass es überhaupt für die Playoffs reicht.
Die Leipziger spielen nun zuhause gegen den HSV. Einen Gegner, der bisher auch mit Problemen zu tun hatte. Das kann natürlich dafür sorgen, dass es ein Spiel wird, in dem Leipzig mehr Chancen bekommt als vorher, aber eben auch eines, in dem RB eben umso mehr Druck hat. Und das kann gefährlich werden. Die komplette Überforderung im Spiel gegen Como war schon beängstigend. Das wird man auch in Leipzig genau mitbekommen haben. Und für den Moment sind auf jeden Fall auch interessante Trainer auf dem Markt. Das kann dafür sorgen, dass es rund um Demichelis, wenn es gegen den HSV schiefgeht, auch wieder wackeliger wird.

