Diverse Defizite: Frühe Vorwürfe gegen Leipzig-Coach Demichelis

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Martín Demichelis steht bei RB Leipzig bereits früh in der Saison unter Druck. Obwohl die Sachsen zuletzt mit einem 5:0 gegen den HSV ein deutliches Ausrufezeichen setzten, gibt es im Umfeld des Klubs weiterhin Unruhe. 

Der Saisonstart von Leipzig fällt durchwachsen aus. In der Bundesliga stehen zwei Siege einer Niederlage gegenüber, in der Champions League setzte es bei Como eine 1:4-Pleite. Im DFB-Pokal kam RB dagegen souverän weiter. In der Bundesliga gab es zuletzt einen 5:0-Sieg gegen den HSV.

Die Erleichterung nach dem deutlichen Erfolg war Demichelis anzusehen. Selten war der Druck auf einen neuen RB-Trainer so groß wie auf den Argentinier. Der schwache Saisonstart sorgte für große Unruhe im Verein.

Nach nur zwei Spielen sah sich RB-Manager Marcel Schäfer gezwungen, über die Klub-Kanäle ein Statement abzugeben, in dem es heißt: „Jeder hat unsere Unterstützung und unser Vertrauen.“

Für den hohen Druck sorgt vor allem die Vorgeschichte der Demichelis-Verpflichtung. Der Argentinier übernahm im Sommer für Ole Werner, der Leipzig trotz erfolgreicher Arbeit verlassen musste. Der Trainerwechsel wurde damals maßgeblich vom damaligen Red-Bull-Fußballchef Jürgen Klopp vorangetrieben.

Sportliche Probleme und fehlende Konstanz

Schon während der Vorbereitung deuteten sich Schwierigkeiten an. In fünf Testspielen holte Leipzig lediglich einen klaren Sieg und kassierte zwei Niederlagen. Demichelis erkannte die Probleme selbst früh und forderte bereits vor dem ersten Pflichtspiel Verbesserungen im Ballbesitz.

Manager Marcel Schäfer hält dagegen, dass ein solcher Umbruch Zeit benötige. „Wenn man so viele Veränderungen in Staff und Kader vornimmt, dauert es seine Zeit“, erklärte der RB-Boss. Gleichzeitig machte Schäfer nach den Niederlagen in Bremen und Como deutlich, dass die personellen Veränderungen keine ausreichende Erklärung für die gezeigten Leistungen seien.

Demichelis kann allerdings auf mehrere erschwerende Faktoren verweisen. Einige Neuzugänge wie Christopher Nkunku stießen erst spät zur Mannschaft, während Leistungsträger wie Christoph Baumgartner und Brajan Gruda und Neuzugang Rocco Reitz verletzt ausfielen oder ausfallen.

Auch in der Defensive gab es Unsicherheiten: David Raum, Castello Lukeba und Willi Orban hatten sich während der Sommerpause mit einem möglichen Abschied beschäftigt.

David Raum
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Der Trainer reagierte gegen den HSV unter anderem mit Rotation. Mehrere Spieler, die noch nicht auf ihrem höchsten Niveau sind, mussten zunächst auf die Bank. Stattdessen setzte Demichelis verstärkt auf Akteure, die bereits die komplette Vorbereitung unter ihm absolviert hatten. Eine zentrale Aufgabe besteht nun darin, den Kader möglichst schnell auf ein einheitliches Leistungsniveau zu bringen.

Kommunikationsprobleme bei RB?

Neben den sportlichen Leistungen sorgt auch die Kommunikation des Trainers für Diskussionen. Demichelis‘ Deutsch ist noch nicht sicher, wodurch seine Aussagen in Interviews teilweise schwer verständlich wirken. Daraus entstand im Umfeld die Vermutung, dass es auch innerhalb der Mannschaft Verständigungsprobleme geben könnte.

Demichelis selbst räumte das Problem bereits in der Vorbereitung ein. Auf die Frage, in welcher Sprache er mit seinen Spielern kommuniziere, sagte er: „Ich versuche es auf Deutsch. Das ist nicht gut, mein Englisch auch nicht.“

RB reagierte darauf mit Cristian Fiel. Der Deutsch-Spanier wurde als Assistent in den Trainerstab integriert und übernimmt auch Übersetzungsaufgaben. Ganz verschwunden sind die Sprachbarrieren damit allerdings nicht.

Vor dem HSV-Spiel wechselte Demichelis beispielsweise überraschend ins Englische. In der Kabine werden seine Anweisungen teilweise mehrfach übersetzt: Teammanager Babacar N’Diaye überträgt sie ins Französische, Torwarttrainer Frederik Gößling ins Englische. Deutsche Spieler helfen sich untereinander.

Die Folge: Ein Teil der Energie, mit der Demichelis seine Mannschaft erreichen möchte, kann durch die verschiedenen Übersetzungen verloren gehen. Für den Trainer dürfte deshalb neben der sportlichen Entwicklung auch die Kommunikation ein entscheidender Faktor werden. Vor allem weitere Niederlagen soll RB möglichst vermeiden, damit die bereits früh entstandene Unruhe nicht weiter zunimmt.

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