Jürgen Klopp hat bei der Bekanntgabe seines ersten Kaders als Bundestrainer für Aufsehen gesorgt. Insgesamt 44 Spieler berief der 59-Jährige für die kommenden vier Nations-League-Partien und teilte sein Aufgebot in zwei Gruppen auf. Bereits vor der offiziellen Präsentation waren allerdings zahlreiche Personalentscheidungen an die Öffentlichkeit gelangt. Genau das sorgt bei Klopp für Unmut.
Auf der DFB-Pressekonferenz am Donnerstag äußerte sich der Bundestrainer deutlich zu den Indiskretionen rund um seine erste Nominierung. Besonders die Personalie Felix Keidel beschäftigte Klopp. Schon am Mittwoch war durchgesickert, dass der 23-Jährige von der SV Elversberg erstmals für die A-Nationalmannschaft nominiert werden soll. Auch weitere Entscheidungen waren bereits vor der offiziellen Verkündung bekannt geworden.
Klopp stört dabei offenbar weniger, dass seine Entscheidungen vorzeitig öffentlich wurden. Vielmehr geht es ihm um die Auswirkungen solcher Enthüllungen auf die betroffenen Spieler.
Klopp telefonierte noch einmal mit Keidel
„Ich habe gestern Abend noch einmal mit Felix Keidel gesprochen und ihn gefragt, wie die letzten 16 oder 17 Stunden für ihn waren, nachdem jemand durchgesickert hatte, dass er im Kader stehen wird“, erklärte Klopp auf der Pressekonferenz.
Der Bundestrainer machte anschließend deutlich, dass er grundsätzlich kein großes Geheimnis um seine Nominierungen machen möchte: „Und übrigens kann ich sagen, dass es mir völlig egal ist, dass es vorzeitig bekannt geworden ist. Damit habe ich absolut kein Problem.“
Dann wurde Klopp allerdings deutlich: „Ich finde es nur ein bisschen arm, seinen Lebensunterhalt damit zu verdienen, Dinge früher zu veröffentlichen, als die Leute sie eigentlich wissen müssen. Aber egal.“
Gerade für einen Debütanten wie Keidel dürfte die erste Berufung in die Nationalmannschaft einen besonderen Moment darstellen. Durch die vorzeitige Veröffentlichung musste sich der Elversberger jedoch bereits viele Stunden vor Klopps offizieller Verkündung mit der Nachricht und den entsprechenden Reaktionen beschäftigen.
Kader-Leaks bleiben beim DFB ein Thema

Dass Informationen aus dem Umfeld der Nationalmannschaft vorzeitig nach außen gelangen, ist kein neues Problem. Schon unter Klopps Vorgänger Julian Nagelsmann wurden Personalentscheidungen regelmäßig vor der offiziellen Kaderbekanntgabe öffentlich. Auch diesmal sickerten in den Tagen vor der Präsentation immer mehr Namen durch.
Neben Keidels Nominierung waren zahlreiche andere Namen und Personalentscheidungen vorab Gegenstand von Medienberichten.
Klopp selbst entschied sich letztlich für einen außergewöhnlichen Ansatz. Für die vier Nations-League-Spiele nominierte er insgesamt 44 Profis in zwei unterschiedlichen Aufgeboten. 24 Spieler bestreiten zunächst die Partien gegen die Niederlande und Griechenland. Für die anschließenden Begegnungen gegen Serbien und erneut Griechenland stößt eine zweite Gruppe hinzu. Insgesamt befinden sich 16 Spieler ohne vorherigen Einsatz für die A-Nationalmannschaft in Klopps Aufgebot.
Sportlich sorgt Klopps erster Kader damit ohnehin für reichlich Gesprächsstoff. Mit seiner deutlichen Kritik an den vorzeitigen Enthüllungen hat der neue Bundestrainer nun aber zusätzlich klargemacht, was er von den ständigen DFB-Leaks hält.

