Watzke enthüllt geheimen DFB-Plan: Tuchel sollte Bundestrainer werden

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Thomas Tuchel hätte offenbar schon vor mehreren Jahren Bundestrainer werden können. DFB-Vizepräsident Hans-Joachim Watzke hat enthüllt, dass er den heutigen Nationaltrainer bereits nach dem enttäuschenden Abschneiden bei der Weltmeisterschaft 2022 in Katar als Nachfolger von Hansi Flick favorisiert hatte.

Deutschland war damals bereits in der Vorrunde ausgeschieden. Beim DFB entschied man sich anschließend dennoch dafür, mit Flick weiterzumachen. Watzke hatte zu diesem Zeitpunkt offenbar erhebliche Zweifel, ob dies der richtige Weg war.

„Ja, ich hatte die Idee. Wir sind in Katar ziemlich kläglich ausgeschieden. Und dann? Dann liegt man ein oder zwei Nächte wach und grübelt, was jetzt passieren könnte“, erklärte Watzke im Gespräch mit Sky.

Für ihn wäre Tuchel damals eine mögliche Lösung gewesen. Entscheiden konnte Watzke dies allerdings nicht allein.

„Es war nicht meine Entscheidung“

„Damals war Oliver Bierhoff noch da. Es war nicht meine Entscheidung, wer Nationaltrainer wird. Also war die Idee einfach, mit Hansi Flick weiterzumachen“, erinnerte sich der langjährige BVB-Boss.

Dabei machte Watzke deutlich, dass seine damaligen Bedenken nichts mit einer grundsätzlich schlechten Einschätzung von Flicks Qualitäten zu tun hatten. Im Gegenteil: Der 67-Jährige hält große Stücke auf den ehemaligen Bundestrainer. „Und Hansi ist ein hervorragender Trainer, man sieht, was er gerade bei Barcelona macht“, betonte Watzke. Dennoch hatte er nach dem frühen WM-Aus das Gefühl, dass Flicks Situation beim DFB nur schwer zu stabilisieren sein würde.

„Aber ich hatte das Gefühl, dass es nach Katar schwierig werden würde, weil es nach so einem Scheitern schwierig ist“, erklärte der DFB-Vizepräsident.

Der Verband entschied sich damals dennoch gegen einen Trainerwechsel. Flick durfte zunächst weitermachen und sollte die Nationalmannschaft auf die Heim-Europameisterschaft vorbereiten.

Nagelsmann wurde Flick-Nachfolger

Die erhoffte sportliche Wende blieb anschließend allerdings aus. Die Nationalmannschaft tat sich auch in den Monaten nach der Weltmeisterschaft schwer und konnte die Zweifel an Flick nicht ausräumen.

Watzke sieht seine damalige Skepsis deshalb rückblickend bestätigt. „Im Nachhinein habe ich wohl recht behalten – die Spiele danach waren auch ein Desaster“, erklärte er deutlich.

Flick wurde schließlich im September 2023 als Bundestrainer entlassen. Thomas Tuchel übernahm den Posten damals allerdings nicht. Stattdessen entschied sich der DFB für Julian Nagelsmann.

Die neuen Aussagen zeigen nun, dass Tuchel bereits deutlich früher ein Thema für die Nationalmannschaft war. Watzke hätte den ehemaligen Chelsea- und späteren Bayern-Coach offenbar schon unmittelbar nach dem WM-Aus 2022 gerne beim DFB gesehen.

Gleichzeitig verteidigt er Flicks Qualitäten ausdrücklich. Dessen Entwicklung beim FC Barcelona zeige aus seiner Sicht, dass das Scheitern mit der Nationalmannschaft nicht grundsätzlich gegen den Trainer spreche.

Dennoch bleibt eine interessante Frage: Wie hätte sich die deutsche Nationalmannschaft entwickelt, wenn der DFB nach dem enttäuschenden Turnier in Katar tatsächlich einen Schlussstrich gezogen und Watzkes Tuchel-Idee umgesetzt hätte?

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