Bei Eintracht Frankfurt brodelt es. Direkt vor den Länderspielen sah es so aus, als könnte man sich bei der SGE so langsam stabilisieren. Doch das 0:6 in Leipzig warf jetzt erneut Fragen auf. Alles, was die Hessen machten, misslang im Prinzip.
Gerade defensiv waren die Lücken und individuellen Fehler katastrophal. Adi Hütter, der Trainer der Hessen, hat nach dem Spiel mit einer klaren Ansage in Richtung Kapitän Robin Koch für Aufsehen gesorgt.
„Das Führungsspiel, die Leistung ist für mich einfach zu wenig. Deswegen habe ich ihn auch ausgetauscht. Und das war der Grund. Und ja, das muss ein Führungsspieler auch einmal aushalten“, so Hütter.
Frankfurt: Die Probleme liegen tief
Hütter legte sogar noch einmal nach: „Ich habe dann Robin Koch auch erlöst, weil ich mir von einem Führungsspieler und einem Kapitän etwas ganz anderes erwarte. Wenn du 16 Tore bekommst, Leader bist in der Abwehr, dann setze ich halt irgendwann auch mal ein Zeichen.“ Gerade der Kapitän ist also ein Sinnbild der aktuellen Lage und Krise.

Nun trifft Koch keine Alleinschuld, aber er ist der Spieler, der die Abwehr der Hessen zusammenhalten soll. Er soll der Stabilisator sein, die Mitspieler dirigieren. Dass er momentan komplett außer Form ist, hat etwas mit ihm, aber auch mit der Zusammenstellung des Kaders zu tun. Denn dass Markus Krösche und co. auch in diesem Sommer keine wirklich homogene Defensivstruktur im Kader integrieren konnten, ist ein Defizit. Und zwar eines, das sich jetzt schon über mehrere Transferperioden zieht.
Weil dann auch noch spielerische Probleme beim Herausspielen und auch beim Weiterführen des Aufbaus im Mittelfeld auftraten, hatten die Hessen insgesamt in allen Bereichen des Spielfeldes Probleme. Das kann so nicht weitergehen, denn fünf Punkte aus fünf Spielen sind auf jeden Fall zu wenig für die Hessen, die sich zumindest im Dunstkreis der Europapokalplätze bewegen wollen.
Robin Koch ist nicht der alleinige Sündenbock, dennoch hat Hütter ihn angesprochen und zwar konkret angesprochen, weil er damit auch ein Zeichen setzen will. Schaut her, selbst der Führungsspieler in der Abwehr schafft es nicht, die Dinge zu stabilisieren. Das kann bedeuten, dass Hütter noch einmal darauf hinweisen wollte, wie er im Sommer schon die Probleme angesprochen hat. Sicher aber, dass er im Winter noch neue Spieler möchte.

