Er sollte das schwere Erbe von Marco Silva übernehmen. Dieser Aufgabe ist Marco Silva bislang allerdings nicht gerecht geworden. Viel mehr droht dem Ex-Madrilenen bereits nach einigen Wochen im Amt das Aus als Cheftrainer beim FC Fulham.
Nach der 1:2-Niederlage bei Aufsteiger Ipswich Town ist die Stimmung im Westen Londons frostig. Bis zur 88. Spielminute hatten die Cottagers geführt, das 1:0 in den Schlussminuten aber noch aus der Hand gegeben und am Ende sogar mit 1:2 verloren. Damit rutschte Fulham auf den 20. Platz und bildet nach Spieltag sechs das Tabellenschlusslicht der Premier League.
Arbeloa: „Ich mache mir nie Sorgen um meinen Posten“
Laut The Standard wächst damit auch der Druck auf Trainer Alvaro Arbeloa, dem unter anderem schlechtes In-Game-Coaching vorgeworfen wird. Seine Entlassung befürchtet der Ex-Madrilene jedoch nicht. „Ich mache mir nie Sorgen um meinen Posten“, sagte Arbeloa auf der Pressekonferenz nach der späten Niederlage in Ipswich. „Ich habe keine Angst. Man kann kein Trainer sein, wenn man Angst hat. Man muss arbeiten, Entscheidungen treffen und seinen Spielern Selbstvertrauen vermitteln.“ Dieses fehlt seiner Mannschaft aktuell aber, schließlich warten die Westlondoner noch immer auf ihren ersten Saisonsieg.

Unentschieden in Liverpool und gegen ManUnited hatten eigentlich Anlass zum Optimismus gegeben, dieser verpuffte in den Schlussminuten an der Portman Road. Dennoch sei Arbeloa mit vielen Dingen, die er von seiner Mannschaft sieht, „sehr zufrieden“. Angesichts von zwei Punkten aus sechs Spielen und Tabellenplatz bleibt aber auch der 43-Jährige realistisch: „Es stimmt, dass wir Punkte brauchen.“ Denn wenngleich es „nicht um meinen Posten“, sondern „um Fulhams Tabellenplatz“ geht, steht auch Arbeloas Ruf als Trainer auf dem Spiel. Schließlich übernahm er im Sommer eine funktionierende Mannschaft, die er in Teilen auch schon nach eigene Ideen verstärken durfte. Auch daher wird die sportliche Misere am Craven Cottage in erster Linie ihm angekreidet.
Nach fünf Jahren der Stabilität unter Marco Silva, der aus einer Fahrstuhlmannschaft einen soliden Premier-League-Teilnehmer formte, muss sich Arbeloa die Kritik gefallen lassen, zu schnell zu viel verändern zu wollen. Noch wird der ehemalige Außenverteidiger von den Klubeigentümern gestützt. Sollten in den kommenden beiden Ligaspielen gegen die anderen Aufsteiger aus Hull und Coventry aber ebenfalls keine Siege folgen, dürften die Tage für Arbeloa in der Premier League vorerst gezählt sein.

