Nach dem 3:3 bei Viking Stavanger in der Champions League hat Max Eberl die Leistung des FC Bayern scharf kritisiert. Der Sportvorstand bemängelt vor allem die Häufung individueller Fehler und die Anfälligkeit in der Defensive.
Die Münchner hatten in Norwegen über weite Strecken das Spiel bestimmt und die Partie zwischenzeitlich zu einer 3:2-Führung umgebogen. Am Ende reichte es trotzdem nur zu einem Punkt. In der Mixed-Zone reagierte Eberl zunächst mit einem einzigen Wort: „Unnötig“.
Der 53-Jährige zog eine direkte Linie zum jüngsten Bundesliga-Auftritt gegen Augsburg, als sich die Mannschaft ebenfalls früh selbst in Bedrängnis gebracht hatte. „Ich stehe wieder hier, wie nach dem Augsburg-Spiel, und im Grunde haben wir es gleich wieder gemacht“, sagte Eberl. Ihn störten demnach besonders das frühe Gegentor und die Konteranfälligkeit danach.
Eberl weist Unterschätzung des Gegners zurück
„Das ist eine Reihe von Fehlern, das sind zu viele Fehler und dann kannst du eben auch hier in Stavanger nicht gewinnen“, stellte der Sportvorstand fest. Dass die Münchner den norwegischen Klub womöglich auf die leichte Schulter genommen hätten, wies er zurück: „Das glaube ich nicht. Aber wir machen einfach momentan zu viele Fehler.“
Die Ursache sieht Eberl vielmehr darin, dass die Mannschaft ihre eigentliche Qualität derzeit nicht abruft. „Das ist nicht das Niveau unserer Mannschaft. Unser Niveau in der Mannschaft ist ein anderes. Das kriegen wir momentan nicht auf den Platz.“

Dass die Offensive in Stavanger dreimal traf und reichlich Chancen erarbeitete, ließ Eberl nicht als Argument gelten. Auf eine Nachfrage zum Angriffsspiel entgegnete er: „Sie sprechen von der Offensive, ich spreche von der Defensive.“ Die Verantwortung dafür sieht er bei der gesamten Mannschaft und ihrer Konzentration in wichtigen Momenten.
„Das hat gar nichts mit Defensive zu tun, das hat mit Aufmerksamkeit zu tun, mit Bereitschaft zu tun, meine Aufgabe zu erfüllen“, erklärte Eberl. Weil sich die Fehler häufen, will er sie nicht mehr dem Zufall zuschreiben: „Wenn es dann so häufig passiert, dann ist es irgendwann eben auch nicht nur Pech, sondern dann ist es eben auch die Konzentration.“
Zur Aufarbeitung bleibt wenig Zeit, denn schon in vier Tagen trifft der FC Bayern auf RB Leipzig. Ein Unentschieden hatte die Mannschaft laut Eberl vor der Partie nicht einkalkuliert. Er verlangt nun eine Reaktion: „Aber in vier Tagen hast du ein Spiel gegen Leipzig, wo du einiges wieder besser machen kannst, gut machen kannst.“

