Die FIFA plant eine Änderung ihrer Regeln, um eine Wiederholung des Folarin-Balogun-Skandals zu verhindern. Doch die vorgeschlagene Änderung des Disziplinarreglements sorgt für neuen Streit. Vor allem, da ihr vorgeworfen wird, darauf abzuzielen, den Verband und seinen Präsidenten Gianni Infantino von jeglichem Fehlverhalten freizusprechen.
Die Regeländerung, die es der FIFA unmöglich machen würde, eine automatische Sperre von einem Spiel für Spieler zu verhängen, die eine direkte rote Karte erhalten haben, wurde den Mitgliedern des Exekutivkomitees zudem überraschend vorgelegt. Und das kurz vor einer Sitzung des 37-köpfigen Gremiums am Donnerstag in Zürich, die hitzig zu werden droht.
Die FIFA wandte sich am Dienstag schriftlich an die Ratsmitglieder und bat um deren Zustimmung zu einer Änderung, die nicht auf der vor zwei Wochen veröffentlichten Tagesordnung für die Sitzung dieser Woche stand. Schon alleine das ist kurios. Und sorgt für Fragezeichen.
FIFA: Änderung wirft Fragen auf
Die Änderung wurde drei Monate nachdem Balogun, der US-amerikanische Stürmer, einer sofortigen Sperre von einem Spiel entgangen war, weil er während der diesjährigen Weltmeisterschaft vom Platz gestellt worden war, vorgeschlagen.
Es wurde evorher rwartet, dass Infantino erneut aufgefordert werden würde, alle Dokumente und Akten im Zusammenhang mit einem Skandal offenzulegen, der ausgebrochen war, als Donald Trump sich die Begnadigung von Balogun als Verdienst zuschrieb. Das sorgte nämlich für Kritik. Sowohl am US-Präsidenten als auch am FIFA-Boss.
Der US-Präsident tat dies, nachdem er offenbart hatte, dass er Infantino angerufen und den Schweizer gebeten hatte, einzugreifen. Infantino bestritt daraufhin, Einfluss auf die Entscheidung des Vorsitzenden der FIFA-Disziplinarkommission gehabt zu haben, der sich auf eine wenig bekannte Regel berief, die die „Aussetzung der Vollstreckung von Disziplinarmaßnahmen“ erlaubt.

Damit wurde eine andere Regel außer Acht gelassen. Nämlich die, wonach eine direkte rote Karte „automatisch“ eine Sperre für ein Spiel nach sich zieht. Was in einem Rundschreiben bekräftigt wurde, das im Mai an alle 48 Länder verschickt wurde, die sich für die Weltmeisterschaft qualifiziert hatten.
Auch dadurch wuchs der Druck auf Infantino weiter. Der FIFA-Boss, der noch weiter kandidieren will, muss sich mit vielen Vorwürfen auseinandersetzen. Einige Verbände entzogen ihm bereits die Rückendeckung. Und das war noch nicht das Ende, denn gerade in Europa gibt es eine klare Gegenbewegung. Ziel ist es, den Präsidenten bei der nächsten Wahl abzustrafen. Und dann auch abzuwählen.
Dafür braucht es aber einen idealen Gegenkandidaten. Den suchen die Verbände derzeit noch. Kandidaten sind vorhanden, aber eine finale Entscheidung steht noch aus.

