Gianni Infantino schrieb zuletzt diverse Schlagzeilen und alle hatte eines gemeinsam: Positiv waren sie nicht. Während der WM gab es kleine Skandale, auch nach dem Turnier war der von ihm geplante Verkauf von Anteilen an den kommenden Weltmeisterschaften alles andere als positiv aufgenommen worden.
Der FIFA-Boss wird am heutigen Donnerstag im Hauptquartier des Weltfußballverbandes bei einer voraussichtlich hitzigen Sitzung von den Mitgliedern des FIFA-Rates zu seiner Beteiligung am gescheiterten Plan zum Verkauf der Weltmeisterschaft, zur Folarin-Balogun-Affäre und zur Entscheidung, Donald Trump den ersten FIFA-Friedenspreis zu verleihen, befragt werden. Und das kann für ihn knifflig werden.
Der FIFA-Präsident hatte im Sommer, nachdem die Vorschläge der „FIFA Forward Enterprise“ (FFE) bekannt geworden waren, wiederholte Forderungen nach einer außerordentlichen Generalversammlung des Rates zurückgewiesen. Er wird aber zum ersten Mal seither in Zürich seinen Kritikern gegenübertreten. Experten vermuten eine hitzige Auseinandersetzung.
Infantino im Kreuzfeuer der Verbände
Aleksander Ceferin, Victor Montagliani und Scheich Salman Bin Ibrahim al-Khalifa, die Präsidenten der UEFA, der CONCACAF bzw. der Asiatischen Fußballkonföderation, die alle Infantino zum Rücktritt aufgefordert haben, werden anwesend sein, um ihre Forderungen nach einer unabhängigen Überprüfung der FIFA-Führung nachdrücklich vorzubringen. Infantino selbst will davon natürlich nicht allzu viel wissen. Dennoch ist klar: Er muss sich so souverän wie möglich verhalten, wenn er nicht weitere Rückendeckung verlieren will.

Insbesondere aus Europa könnte es deutlichen Gegenwind geben. Der englische Verband soll dabei federführend sein. Zuletzt gab es aber auch Kritik seitens des DFB, Präsident Bernd Neuendorf tobte und wetterte gegen den FIFA-Präsidenten.
Es geht um viele Themen, die Infantino um die Ohren fliegen könnten, darunter der Balogun-Skandal bei der WM 2026.
Zudem wird Infantino wahrscheinlich auch Fragen zu einem Bericht der „Times“ von dieser Woche erhalten, wonach er im Jahr 2024 zusätzlich zu den in der FIFA-Bilanz ausgewiesenen 3,9 Millionen Pfund ein „zweites Gehalt“ in Höhe von etwa 1,3 Millionen Pfund erhalten haben soll. Die FIFA dementierte, aber Transparenz herrscht nicht. Genau deswegen könnte es, je nach Auftreten Infantinos, eng für ihn werden.

