Der Gegenwind für Gianni Infantino wird immer heftiger. Ein anderer Funktionär wirft dem FIFA-Boss Erpressung vor.
Laut dem Chef des jordanischen Fußballverbandes, Prinz Ali bin Al-Hussein, hat Infantino seinem Verband ein Preisgeld vorenthalten, um die Unterstützung Jordaniens zu erzwingen. Beim FIFA Arab Cup im Dezember 2025 wurde die Nationalmannschaft Zweiter, weshalb dem Verband eine Zahlung von 3,6 Millionen Euro zustand.
Al-Hussein sei davon ausgegangen, das Preisgeld planmäßig zu erhalten. „Bis mir während der Weltmeisterschaft mündlich mitgeteilt wurde, dass es unserem Fußballverband sehr helfen würde, wenn ich Infantino unterstütze“, postete der Prinz nun auf X: „Wir haben ihn bisher nicht unterstützt und werden das auch jetzt ganz sicher nicht tun. Aber die gesamte Situation läuft auf Erpressung hinaus und wir weigern uns, das zuzulassen.“
Infantino setzt Krisensitzung an
Der jordanische Verbandschef liegt schon länger im Clinch mit Infantino. 2016 war auch Al-Hussein zur Wahl des FIFA-Präsidenten angetreten, unterlag dem Schweizer aber deutlich. Im März 2027 strebt Infantino die Wiederwahl an, die bis vor wenigen Wochen noch als Formsache galt.
Inzwischen hat die Kritik am ehemaligen UEFA-Funktionär aber neue Dimensionen anzunehmen. Der Umgang in der Causa Balogun und vor allem sein Plan, Anteile an der Weltmeisterschaft an private Investoren zu verkaufen, haben Infantino ins Abseits manövriert. Die UEFA hat sich klar vom FIFA-Präsidenten distanziert und den Rücktritt gefordert.
„Die aktuelle FIFA-Führung hat nicht nur das Vertrauen der UEFA, sondern auch das vieler anderer Mitglieder der Fußballfamilie verloren. Wir können nicht länger so weitermachen“, hieß es vonseiten der europäischen Konföderation. Auch die nordamerikanische Concacaf sowie die AFC aus Asien haben die WM-Pläne scharf kritisiert.

Für Mittwoch hat Infantino eine Krisensitzung in Rabat einberufen. Laut The Times hat der Schweizer seine Mitarbeit zu dem Treffen bestellt, um „verzweifelt an der Macht zu bleiben“. Einen Gegenkandidaten für die Wahl im März gibt es bisher nicht, neben Ceferin gilt auch Concacaf-Präsident Victor Montagliani als möglicher Kontrahent.

