Eintracht Frankfurt wird auf dem Transfermarkt noch einmal nachlegen. Trainer Adi Hütter hat öffentlich Verstärkungen eingefordert und erhält von den Verantwortlichen offenbar grünes Licht. Neben einem neuen Verteidiger soll auch ein Mittelstürmer kommen. Dabei könnte ein alter Bekannter wieder in den Fokus rücken: Ermedin Demirovic vom VfB Stuttgart.
Nach dem 2:0 im Testspiel gegen Hull City hatte Hütter ungewöhnlich deutlich erklärt, dass die Frankfurter Personalplanung noch nicht abgeschlossen ist. „Der Kader ist nicht so, wie ich ihn mir vorstelle. Wir arbeiten hinter den Kulissen, dass wir eine ordentliche Mannschaft haben“, sagte der Österreicher.
Hütter machte gleichzeitig deutlich, dass er genaue Vorstellungen davon besitzt, was seiner Mannschaft noch fehlt: „Ich weiß auch, was ich brauche.“
Nach Informationen der BILD haben die Eintracht-Verantwortlichen darauf inzwischen reagiert. Die Entscheidung sei gefallen, sowohl einen Verteidiger als auch einen Angreifer zu verpflichten. Dabei geht es nicht ausschließlich um sportliche Qualität. Gesucht werden erfahrene und lautstarke Führungsspieler, die einer bislang aus Hütters Sicht zu ruhigen Mannschaft zusätzliche Mentalität verleihen.
Demirovic könnte wieder zum Thema werden
Für die Offensive führt eine Spur nach Stuttgart. Demirovic stand bereits vor zwei Jahren auf der Liste der Eintracht, entschied sich damals allerdings für einen Wechsel zum VfB. Nun könnte der 28-Jährige erneut interessant werden.
Die Ausgangslage in Stuttgart hat sich zuletzt verändert. Mit Dzenan Pejcinovic verpflichtete der VfB einen weiteren Mittelstürmer. Gleichzeitig benötigen die Schwaben Einnahmen, weshalb ein Verkauf von Demirovic nicht mehr ausgeschlossen sein soll.
Bei einem Bundesliga-internen Wechsel könnte eine Ablöse von rund 20 Millionen Euro fällig werden. Für Frankfurt wäre das zwar eine beträchtliche Investition, im Vergleich zu anderen Kandidaten aber offenbar noch eine realistischere Größenordnung.
So wird beispielsweise auch Arnaud Kalimuendo von Nottingham als mögliche Verstärkung gehandelt. Der 24-Jährige wäre allerdings noch kostspieliger als Demirovic.
Auch beim Gehalt scheint ein Wechsel grundsätzlich darstellbar. Der bosnische Nationalspieler soll in Stuttgart rund 3,5 Millionen Euro pro Jahr verdienen. Eine ähnliche Summe könnte ihm auch die Eintracht bieten. Finanzstärkere Interessenten aus England könnten zwar deutlich mehr zahlen, konkrete Gespräche mit anderen Vereinen soll es derzeit jedoch nicht geben. Zudem fühlt sich Demirovic beim VfB prinzipiell wohl.
Theate könnte Platz für neuen Abwehrchef machen
Auch in der Defensive soll sich noch etwas tun. Gesucht wird ein schneller und zweikampfstarker Innenverteidiger, der im Idealfall mit dem linken Fuß spielt.
Die Personalie hängt auch mit Arthur Theate zusammen. Für den Belgier gibt es weiterhin einen Markt, insbesondere in England. Obwohl Theate sportlich einige der gewünschten Eigenschaften mitbringt, bestehen bei der Eintracht offenbar Zweifel daran, ob er unter Hütter die ideale Lösung ist.
Ein Verkauf könnte wiederum den finanziellen und personellen Spielraum für einen neuen Innenverteidiger schaffen. Dieser soll gemeinsam mit Abwehrchef Robin Koch Stabilität und Erfahrung in die Defensive bringen.
Davon könnte vornehmlich Neuzugang Otávio profitieren. Der 20-jährige Brasilianer müsste nicht sofort eine tragende Rolle übernehmen und könnte sich ohne großen Druck an die Bundesliga gewöhnen. Auch die jungen Außenverteidiger Elias Baum und Keita Kosugi würden von zusätzlicher Erfahrung in der Abwehrzentrale profitieren.
Damit sind die Frankfurter Pläne für die verbleibenden Wochen des Transferfensters klar umrissen. Hütter möchte einen erfahrenen Verteidiger und einen neuen Mittelstürmer – und die Verantwortlichen wollen ihm beide Wünsche erfüllen. Bei der Suche nach dem Angreifer könnte Demirovic nun tatsächlich wieder ganz oben auf der Liste landen.

