Beim AC Mailand könnte es in den verbleibenden Wochen des Transferfensters noch zu einem prominenten Abgang kommen. Christopher Nkunku war erst im vergangenen Sommer für 37 Millionen Euro vom FC Chelsea zu den Rossoneri gewechselt. Nur ein Jahr später steht der französische Offensivspieler offenbar bereits wieder auf der Verkaufsliste.
Wie Get Football News France berichtet, gehört Nkunku zu den Spielern, von denen sich Milan bei einem passenden Angebot trennen würde. Der 28-Jährige soll in den Planungen des neuen Trainers Ruben Amorim keine zentrale Rolle einnehmen.
Nkunku ist dabei offenbar keineswegs der einzige prominente Verkaufskandidat. Insgesamt sollen acht Spieler auf der Streichliste der Mailänder stehen. Unter anderem werden auch Youssouf Fofana, Fikayo Tomori und Pervis Estupiñán als mögliche Abgänge gehandelt.
Für Nkunku wäre ein Transfer nach nur einer Saison ein weiterer Rückschlag. Nach seinen schwierigen Jahren beim FC Chelsea sollte der Wechsel nach Italien eigentlich den erhofften Neustart bringen. Zum unumstrittenen Leistungsträger entwickelte sich der frühere Bundesliga-Star bei Milan allerdings nicht.
Nkunku konnte sich bei Milan nicht festspielen

Die Zahlen seiner ersten Saison fallen dennoch keineswegs katastrophal aus. Nkunku absolvierte wettbewerbsübergreifend 35 Pflichtspiele und steuerte acht Treffer sowie drei Vorlagen bei.
Das Problem waren vor allem seine Einsatzzeiten. Lediglich 17-mal gehörte der Franzose zur Startformation. Den Status eines unumstrittenen Stammspielers konnte sich Nkunku damit auch in Mailand nicht erarbeiten.
Nun muss sich der Offensivspieler offenbar erneut Gedanken über seine Zukunft machen. Amorim soll bislang nicht vollständig davon überzeugt sein, langfristig mit dem 28-Jährigen zu planen.
Dabei bringt Nkunku eigentlich ein Profil mit, das aufgrund seiner Vielseitigkeit für viele Trainer interessant ist. Der französische Nationalspieler kann hinter einer zentralen Spitze, auf den offensiven Außenpositionen oder selbst im Sturmzentrum eingesetzt werden.
Seine beste Phase erlebte Nkunku in der Bundesliga. Bei RB Leipzig entwickelte er sich zu einem der gefährlichsten Offensivspieler Europas und empfahl sich mit seinen Leistungen für den Wechsel zum FC Chelsea.
In England wurde der Franzose allerdings immer wieder von Verletzungen zurückgeworfen und konnte sich deshalb nie dauerhaft etablieren. Der Wechsel nach Mailand sollte seiner Karriere anschließend neuen Schwung verleihen.
Testspiel-Tor als Bewerbung für Amorim?
Komplett abgeschrieben scheint Nkunku bei Milan zumindest auf dem Platz nicht zu sein. In den vergangenen beiden Testspielen gegen Inter Mailand und seinen ehemaligen Klub Chelsea kam er jeweils über 45 Minuten zum Einsatz.
Besonders im Derby gegen Inter konnte Nkunku noch einmal Werbung in eigener Sache machen. Beim 1:1 erzielte der Franzose den Ausgleich und zeigte, dass er weiterhin über seine offensiven Qualitäten verfügt.
Ob das reicht, um Amorim noch von einem Verbleib zu überzeugen, ist allerdings offen. Nach aktuellem Stand scheint Milan bereit zu sein, sich Angebote für den 28-Jährigen anzuhören.
Entscheidend dürfte dabei auch die finanzielle Seite werden. Erst vor einem Jahr investierten die Rossoneri 37 Millionen Euro in Nkunku. Entsprechend dürfte Milan versuchen, bei einem Verkauf zumindest einen größeren Teil dieser Summe wieder einzunehmen.
Für den Franzosen könnten die kommenden Wochen damit richtungsweisend werden. Entweder gelingt es ihm in der Vorbereitung doch noch, sich beim neuen Trainer für eine wichtige Rolle zu empfehlen, oder nach nur einer Saison steht bereits der nächste Vereinswechsel bevor.
Dass Nkunku grundsätzlich weiterhin Qualität für einen europäischen Spitzenklub besitzt, steht außer Frage. Ob er diese noch einmal dauerhaft im Trikot des AC Mailand zeigen darf, ist mittlerweile allerdings fraglicher denn je.
