Nach dem Vorstellen der neuen WM-Pläne durch FIFA-Präsident Gianni Infantino haben sämtliche europäische Topklubs mit einem umfangreichen Boykott gedroht.
Es war ein Vertrauensbruch auf mehreren Ebenen, als Gianni Infantino vor wenigen Wochen sein schon gänzlich durchgeplantes Projekt „FIFA Forward Enterprise“ vorstellte, bei dem unter anderem die WM-Rechte über externe Investoren vermarktet werden sollten. Zwar zog der 56-Jährige nach dem massiven Gegenwind sein Vorhaben zurück, dennoch ist die Beziehung zwischen der FIFA und zahlreichen Fußballkonföderationen angespannt.
Wie der britische Guardian nun berichtet, drohten neben den nationalen Verbänden sogar zahlreiche Topvereine aus Europa mit einem Boykott – etwa bei der von der FIFA veranstalteten Klub-Weltmeisterschaft.
Zahlreiche Topklubs monieren „schwerwiegenden Vertrauensbruch“ mit Infantino
In einem Schreiben des europäischen Verbandes European Football Clubs (EFC), der zahlreiche Vereine umfasst, drohte man mit einem Boykott künftiger WM-Wettbewerbe, sollte Infantino sein Projekt nicht zurückziehen. Vor allem war die Sorge der Vereine, dass die FIFA mit durch die Neuerung künftig sämtliche Übertragungs-, Vermarktungs- und Sponsoringrechte selbst kontrollieren würde.
Die EFC fordert stattdessen ein bereits vereinbartes Joint Venture mit der FIFA, welches diese Rechte gemeinsam verwalten soll. In der Erklärung an die FIFA heißt es: „Sofern nicht rechtzeitig vor Beginn des Rechtezyklus für die FIFA-Frauen-Weltmeisterschaft 2028 ein voll funktionsfähiges Joint Venture zwischen der FIFA und der EFC für gegründet wird, […] wird die EFC keine zukünftigen Auflagen – einschließlich der FIFA-Frauen- und -Männer-Weltmeisterschaften 2028 und 2029 – unterstützen, und ihre Mitgliedsvereine werden daran nicht teilnehmen.“
Zudem kritisierten die europäischen Topklubs gemeinsam die noch immer ausbleibende Auszahlung von über 200 Millionen Euro Solidaritätszahlungen an nicht teilnehmende Vereine der vergangenen Klub-WM. Eigentlich war eben jenen Vereinen eine finanzielle Unterstützung zugesichert worden, um mögliche wirtschaftliche Differenzen hervorgerufen durch das Extra-Turnier vorzubeugen. Die EFC forderte in diesem Kontext mehr Transparenz über die Finanzen.

Der Bericht zeigt einmal mehr, wie gespalten die aktuelle Fußballwelt ist – auf der einen Seite die FIFA, auf der anderen Seite viele andere Dachverbände, die sich gegen Infantinos Pläne aussprechen.

