Langeweile an der Spitze und Amorim-Entlassung: Vier Hot Takes zum Start der Serie A

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Die Serie A ist zurück aus der Sommerpause. Während Inter die Mission Titelverteidigung angeht, wollen Juventus und die AC Milan zurück zu altem Glanz.

Vieles ist neu im italienischen Oberhaus. Bei mehreren Top-Teams sitzen neue Trainer auf der Bank, Überraschungsteam Como will sich weiter als neue Adresse im Konzert der Großen etablieren. Was hält die Saison 2026/2027 für Überraschungen bereit? Wir wagen in vier Hot Takes den Ausblick.

Erstmals seit sieben Jahren: Erfolgreiche Titelverteidigung in der Serie A

2020 feierte Juventus den neunten Scudetto in Folge. Seitdem warten die Bianconeri auf den nächsten Titel, Inter, AC Milan und die SSC Napoli wechselten sich in den letzten sechs Jahren an der Spitze der Serie A ab. Die Titelverteidigung gelang keinem mehr. Das wird sich in der Saison 2026/2027 ändern.

Inter
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Bei Neapel ist mit Massimiliano Allegri ein neuer Trainer am Werk, bei Milan und Juventus geht es nach einem schwachen Jahr darum, überhaupt wieder in den Kreis der Titelanwärter vorzurücken. Die Roma und Überraschungsteam Como haben in der vergangenen Saison für Furore gesorgt, scheinen aber noch nicht bereit für den ganz großen Wurf zu sein.

Bleibt also nur Meister Inter. Die Nerazzurri haben Trainer Cristian Chivu nach der Meisterschaft gestärkt, die Mannschaft verfügt über eine eingespielte und erfahrene Achse. Spieler wie Alessandro Bastoni, Hakan Calhanoglu und Lautaro Martinez stechen aus einem starken Kollektiv hervor, ergänzt werden sie von Routinier wie Henrikh Mkhitaryan, Manuel Akanji und John Stones sowie Talenten wie Pio Esposito. Den Abgang von Schienenspieler Denzel Dumfries soll Djed Spence auffangen, ein weiterer Beleg für das bedachte Vorgehen auf dem Transfermarkt. Der Titel geht auch 2027 an Inter.

Blamage für die Bianconeri: Juventus verpasst die Königsklasse erneut

Ein weiteres Jahr des Wartens kommt dagegen auf Juventus zu. Der Glanz der 2010er-Jahre ist längst verblasst, die Zeit von Stars wie Paulo Dybala, Arturo Vidal, Gianluigi Buffon und Andrea Pirlo wird allmählich zur entfernten Erinnerung. Auch in der Saison 2026/2027 fehlt die Fantasie, wie Juve mit Inter oder Napoli mithalten soll.

Der Kader wurde mit Randal Kolo Muani und Kerim Alajbegovic zwar verstärkt, für den großen Wurf reichen die beiden Offensiv-Hoffnungen nicht. Das gilt auch für den soliden Innenverteidiger Jhon Lucumi, der aus Genua kam. Internationale Spitzenklasse verkörpert im aktuellen Aufgebot nur Innenverteidiger Bremer und mit Abstrichen die Mittelfeldspieler Weston McKennie und Manuel Locatelli. Supertalent Kenan Yildiz ist auf dem Weg dorthin, weckt aber weiterhin das Interesse vieler Top-Klubs.

Randal Kolo Muani
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Trainer Luciano Spalletti kann aus vielen guten Spielern eine sehr gute Mannschaft bilden, das hat er in Neapel bewiesen. Dort hatte er mit Victor Osimhen und Khvicha Kvaratskhelia allerdings zwei Unterschiedsspieler. In Turin fehlen diese, die Fans der „Vecchia Signora“ müssen sich daher auf ein weiteres Jahr ohne Champions League gefasst machen.

Das System passt nicht zum Kader: Milan-Coach Amorim bleibt nur kurz

Die Teilnahme an der Königsklasse verspielte die AC Milan in der vergangenen Spielzeit erst in letzter Sekunde. Am 38. Spieltag ließen die Rossoneri beim 1:2 gegen Cagliari Punkte liegen und wurden von Como von Rang vier verdrängt. Unter Ruben Amorim soll der siebenmalige Champions-League-Sieger wieder ein Spitzenteam werden.

Die Vorbereitung verlief jedoch durchwachsen und vermittelte den Eindruck, dass Amorim nach seiner erfolglosen Episode bei Manchester United auch in Mailand über sein Ego stolpern könnte. Der Portugiese versucht bisher, sein präferiertes 3-4-2-1 durchzuboxen. Ungeachtet dessen, dass der Kader der Rossoneri gar nicht zu dieser Formation passt.

Mit Spielern wie Rafael Leao, Christian Pulisic, Samu Chukwueze und Neuzugang Diego Moreira ist das Team wie gemacht für schnelles Spiel über die Flügel. Die Stärken dieser Akteure, die mit ihrem Tempo und ihrer Geradlinigkeit für Gefahr sorgen können, kommen allerdings nicht voll zur Entfaltung, wenn sie in Amorims System als Schienenspieler mit Defensivaufgaben beladen werden oder als Halbzehner im Zentrum agieren müssen. Dieses sture Vorgehen wurde Amorim schon in Manchester zum Verhängnis und wird ihn auch in Mailand noch vor dem Saisonende den Job kosten.

Frosinone kommt mit Bundesliga-Power: Zwei Aufsteiger halten die Klasse

Venezia, Frosinone und Monza heißen die drei Neuen in der Serie A. Die drei Aufsteiger gelten neben Lecce gleich als erste Kandidaten für den Abstieg in die Serie B. 2025/2026 mussten mit Cremonese und Pisa zwei Neulinge direkt wieder runter, nur Sassuolo überzeugte als Tabellenelfter.

In der neuen Spielzeit geht Monza als krasser Außenseiter an den Start. Der Kader ist laut transfermarkt.de mit Abstand der günstigste der Liga, die individuelle Klasse dürfte schlicht nicht reichen, um sich in der Serie A zu etablieren. Anders ist die Situation bei Frosinone und Venezia.

Romano Schmid
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Beide haben die Aufstiegsmannschaft klug verstärkt, für Akor Adams nahm Zweitligameister Venezia sogar 16 Millionen Euro in die Hand. Auch Frosinone investierte kräftig und gab etwa 8,5 Millionen Euro für Romano Schmid von Werder Bremen aus. Der österreichische WM-Teilnehmer ist neben Kevin Akpoguma und Florian Grillitsch einer von drei Neuen, die einst in der Bundesliga aktiv waren. Alle drei bringen reichlich Erfahrung mit und dürften unter Massimiliano Alvini direkt gesetzt sein. Am Ende der Saison steht für zwei Aufsteiger der Ligaverbleib – nur Monza muss runter.

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