Jürgen Klopp hat bei seiner ersten großen Kaderbekanntgabe als neuer Bundestrainer direkt eine klare Botschaft zu Florian Wirtz gesendet. Der 59-Jährige hält wenig von der öffentlichen Debatte um den Liverpool-Star und nimmt den Offensivspieler ausdrücklich in Schutz.
Wirtz steht seit seinem Wechsel nach Liverpool im Sommer 2025 immer wieder im Mittelpunkt der Diskussionen. Bei der Vorstellung seines ersten DFB-Kaders mit 44 Spielern wurde deshalb auch Klopp auf die Situation des 23-Jährigen angesprochen. Der Bundestrainer machte dabei deutlich, dass er einen anderen Blick auf die Leistungen seines Schützlings hat.
„Der Austausch war sehr angenehm. Wir schreiben hier und da“, erklärte Klopp zunächst über den Kontakt zu Wirtz. Anschließend stellte er klar, worauf es ihm beim Nationalspieler ankommt: „Man muss davon wegkommen, dass man besondere Szenen von ihm sehen will. Er soll uns als Mannschaft helfen. Wir müssen dafür sorgen, dass Flo sich bei uns wohlfühlt.“
Klopp geht sogar noch einen Schritt weiter und fordert Geduld mit dem ehemaligen Leverkusener. Auch ein Spiel ohne Tor oder Assist müsse aus seiner Sicht nicht automatisch als enttäuschend bewertet werden.
Klopp nimmt Wirtz in Schutz
„Man muss damit zufrieden sein, dass ein Flo Wirtz ein Spiel spielt, in dem er alles gegeben hat, aber keine Torbeteiligung hatte“, betonte der Bundestrainer. Entscheidend sei vielmehr, dass Wirtz der Mannschaft helfe: „Einfach dem Jungen das Gefühl geben: Das war heute mehr als in Ordnung. Das hat uns als Mannschaft geholfen. Wir haben 1:0 oder 2:0 gewonnen.“

Gleichzeitig richtete Klopp deutliche Worte an die zahlreichen Experten, die Wirtz‘ Leistungen regelmäßig bewerten. „Und dann sitzen alle Experten der Welt da und diskutieren, warum er immer noch nicht funktioniert hat“, sagte er. Dabei gebe es aus seiner Sicht ebenso gute Gründe für eine positive Bewertung: „Es gibt genauso viele Gründe, zu sagen: Er funktioniert tadellos. Jetzt machen wir die nächsten Schritte gemeinsam.“
Damit stellt Klopp bereits bei seinem Amtsantritt klar, welche Rolle Wirtz in seinen Planungen einnimmt. Der Liverpool-Profi soll nicht ausschließlich an spektakulären Aktionen, Toren oder Vorlagen gemessen werden. Für den neuen Bundestrainer steht vielmehr der Beitrag des Offensivstars zum gesamten Team im Vordergrund.

