Nürnberg-Aufschwung: Führt Klose den Club in die Bundesliga?

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Beim 1. FC Nürnberg ist die Euphorie zurück. Nach fünf Spieltagen steht der „Club“ mit 13 Punkten an der Spitze der 2. Bundesliga und erlebt unter Miroslav Klose seine bislang beste Phase. Der 2:1-Erfolg gegen Hannover 96 war bereits der vierte Sieg der laufenden Saison. 

Mit 13 Punkten aus fünf Spielen steht Nürnberg aktuell ungeschlagen auf Tabellenplatz zwei der 2. Bundesliga. Nur die Hertha konnte im Saisonstart noch mehr Punkte holen. Die Berliner gewannen alle fünf Spiele. Mit 15 erzielten Toren teilen sich beide Teams die beste Offensive der Liga. Unterm Strich steht der beste Saisonstart unter Cheftrainer Miroslav Klose.

Dabei überzeugt Nürnberg längst nicht nur mit den Ergebnissen. Vor allem die Entwicklung innerhalb der Spiele macht Hoffnung. Beim 2:1-Sieg gegen Hannover drehte der Club nach einer durchwachsenen ersten Halbzeit auf und zeigte nach der Pause eine dominante Vorstellung. Klose bezeichnete die zweite Hälfte sogar als die beste seit seinem Amtsantritt in Nürnberg.

„Wir waren nicht griffig genug. Wir waren nicht gierig in den Zweikämpfen. Wir haben falsche Entscheidungen getroffen. Das haben wir klar angesprochen. Und dann sehe ich die beste Halbzeit, seitdem ich hier bin. Überragend! Riesenkompliment!“, erklärte Klose nach dem Spiel.

Klose: Jugend forscht beim FCN

Ein entscheidender Faktor für den Aufschwung ist die Entwicklung der jungen Mannschaft. Der Club setzt auf einen vergleichsweise unerfahrenen Kader, der sich zunehmend stabilisiert und gleichzeitig spielerisch weiterentwickelt.

Im Spiel gegen Hannover betrug das Durchschnittsalter der Nürnberger Startelf 22,8 Jahre. Der älteste FCN-Akteur auf dem Rasen war Julian Justvan mit 28 Jahren. Der Flügelspieler zeigte sich nach dem Sieg gegen Hannover zufrieden mit der Entwicklung der Mannschaft: „Unser Spiel ist deutlich dominanter geworden. Wir wollen Ballbesitz. Wir sind variabler geworden“, erklärte Justvan.

Bislang geht die Strategie auf: Klose setzt bewusst auf junge talentierte Spieler und schenkt ihnen das Vertrauen, das sie ihm mit starken Leistungen zurückzahlen.

Insbesondere Mohamed Ali Zoma entwickelt sich zu einer wichtigen Figur. Der 22-Jährige erzielte gegen Hannover bereits seinen fünften Saisontreffer und entschied die Partie mit seinem Tor zum 2:1. Und das, obwohl Zoma nach seinem geplatzten Sommer-Wechsel zunächst alles andere als begeistert war.

Klose beschreibt den Treffer als extrem wertvoll „für ihn, für uns, für seine Stimmung.“ Der Offensivspieler hätte im Sommer für viel Geld verkauft werden können. Die Verantwortlichen entschieden sich aber bewusst gegen einen lukrativen Verkauf – eine Entscheidung, die die Ambitionen der Nürnberger unterstreicht.

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Klose tritt auf die Euphorie-Bremse

Klose selbst versucht dennoch, die Euphorie zu bremsen. Der Trainer weiß, dass nach gerade einmal fünf Spieltagen noch ein weiter Weg vor dem Club liegt.

„Wir sind nicht dafür gemacht, um große Töne zu spucken“, wehrte Klose ab. Trotzdem wolle man weiter auf der Erfolgswelle reiten: „Das Momentum ist auf unserer Seite, das haben wir uns erarbeitet“ erklärte der Weltmeister von 2014.

Gleichzeitig ist der Aufschwung schwer zu ignorieren. 13 von 15 möglichen Punkten, die Tabellenführung und eine Mannschaft, die sichtbar an Reife gewinnt, lassen die Bundesliga-Hoffnung in Nürnberg wieder wachsen. Auch im Umfeld wird deshalb zunehmend darüber diskutiert, ob der Club in dieser Saison tatsächlich um den Aufstieg mitspielen kann.

Für Klose wäre der mögliche Aufstieg der nächste Schritt in einem langfristig angelegten Projekt. Nürnberg hat sich bewusst für Kontinuität entschieden und setzt weiterhin auf den ehemaligen Weltmeister als Trainer. Der aktuelle Erfolg deutet darauf hin, dass die Mannschaft unter seiner Führung nun einen wichtigen Entwicklungsschritt gemacht hat.

Noch ist es zu früh, den Club als sicheren Aufstiegskandidaten auszurufen. Die Saison ist lang, und die Konkurrenz in der 2. Bundesliga groß. Doch Nürnberg hat sich eine Ausgangslage geschaffen, aus der mehr als nur ein kurzfristiger Höhenflug entstehen könnte.

Führt Klose den Club tatsächlich zurück in die Bundesliga? Nach fünf Spieltagen wäre eine endgültige Antwort verfrüht. Fest steht aber: Der Club ist unter Klose so nah an diesem Ziel wie lange nicht mehr.

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