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La-Liga-Boss attackiert Infantino: „Sollte nicht im Amt bleiben!“

Gianni Infantino
Foto: IMAGO

Javier Tebas ist dafür bekannt, kein Blatt vor den Mund zu nehmen. Der La-Liga-Boss kritisierte nun auch Gianni Infantino scharf.

Im Interview mit der italienischen Zeitung Gazzetta dello Sport wurde der Funktionär deutlich. „Seine Zeit ist vorbei, er sollte nicht im Amt bleiben“, so Tebas: „Er hat die Unterstützung des Systems, der Verbände. Das ist das System, und es ist ein System, das bereits an der Wurzel krank ist.“

Er habe mit vielen Kritikern des Funktionärs gesprochen, monierte aber, dass sich diese nur hinter vorgehaltener Hand über Infantino äußern würden. „Sie kritisieren das System bei einem Kaffee in der Bar oder am Telefon in privaten Gesprächen, aber anschließend tun sie nichts, um dem Ganzen ein Ende zu setzen. Ich weiß nicht, ob Schweigen oder Komplizenschaft schlimmer ist, denn wer schweigt, ist sich des Schadens, den der Fußball erleidet, bewusst“, führte Tebas aus.

Tebas wütet über Infantinos FIFA: „Entscheidet was sie will und wann sie will“

Bei der WM in den USA, Mexiko und Kanada sorgten insbesondere die hohen Ticketpreise für Ärger, die Infantino mehrmals vehement verteidigte. Zudem sorgte ein Anruf von US-Präsident Donald Trump beim FIFA-Boss für Ärger. Das mächtige Staatsoberhaut hatte persönlich angeregt, die Rotsperre gegen Top-Stürmer Folarin Balogun erneut zu überprüfen. Tatsächlich setzte die FIFA die Sperre nach Baloguns roter Karte gegen Bosnien und Herzegowina auf Bewährung aus, sodass der Angreifer gegen Belgien auf dem Platz stehen konnte.

Dieser Eingriff der Politik stieß Tebas besonders sauer auf. Die Causa Balogun sei „der Beweis dafür, dass wir von einer Institution regiert werden, die macht und entscheidet, was sie will und wann sie will, und dabei ausschließlich ihren eigenen Interessen folgt.“

Gianni Infantino
Foto: IMAGO

Tebas‘ bitteres Fazit: „In vielen Fällen handelt sie dabei zum Schaden des Fußball. Weil Belgien gewonnen hat, konnten sie die Sache unter den Teppich kehren.“ Belgien setzte sich gegen die USA im Achtelfinale trotz Balogun deutlich mit 4:1 durch. Dass Infantino, der weiterhin die Unterstützung vieler Verbände genießt, sein Amt bald abgeben muss, kann sich auch Tebas‘ nicht vorstellen: „Es gibt keinen Gegenkandidaten, niemand will antreten, um zu verlieren.“