Der Druck auf Gianni Infantino nimmt weiter zu. Mehr als 100.000 Menschen haben eine Beschwerde gegen den FIFA-Präsidenten unterzeichnet.
Laut einem Bericht des Guardian wird dem Schweizer darin unter anderem vorgeworfen, seine Macht missbraucht und gegen die politische Neutralität sowie seine Treuepflicht gegenüber dem Weltverband verstoßen zu haben. Die Kampagne „Reboot FIFA“ hat die Beschwerde am Dienstag beim Ethikausschuss der FIFA eingereicht. Ziel der Kampagne ist es, nach eigenen Angaben die größte Beschwerde in der Geschichte der FIFA auf den Weg zu bringen.
Im Mittelpunkt stehen vor allem Infantinos enge Kontakte zum US-Präsidenten Donald Trump. Die Organisatoren werfen dem FIFA-Boss vor, die Neutralität des Weltverbands gefährdet zu haben. In dem Schreiben an die FIFA-Ethikkommission werden insgesamt acht Vorgänge aufgeführt. Dazu gehört unter anderem die Affäre um Folarin Balogun. Trump hatte öffentlich eingeräumt, die FIFA gebeten zu haben, die Rote Karte gegen den US-Nationalspieler überprüfen zu lassen.
Balogun-Fall, Trump-Nähe, FFE: Infantino in der Kritik
Auch das umstrittene Programm „FIFA Forward Enterprise“ ist Bestandteil der Beschwerde. Hinzu kommen Infantinos Entscheidung, Trump mit einem FIFA-Friedenspreis auszuzeichnen, sowie seine Beteiligung an Trumps „Board of Peace in the Middle East“.
Besonders kritisch sieht Fair Square zudem Aussagen Infantinos, wonach er mit Trump zusammenarbeiten wolle, um „nicht nur Amerika wieder groß zu machen, sondern die ganze Welt“. Die Organisation wertet dies als weiteren Hinweis auf einen Verstoß gegen die politische Neutralität des FIFA-Präsidenten.
Eine bereits im Dezember eingereichte Beschwerde war vom Ethikausschuss bislang unbeantwortet geblieben. Unterstützung erhielt sie unter anderem vom norwegischen Fußballverband sowie von 50 Europaabgeordneten. Die FIFA selbst weist die Kritik zurück. Der Weltverband verwies auf eine vor einem Monat veröffentlichte Stellungnahme und sprach von gezielten und anhaltenden Versuchen, die FIFA und ihren Präsidenten zu untergraben.

Gleichzeitig steht Infantino auch mit Blick auf seine Zukunft unter Druck. Die FIFA bestätigte am Sonntag, dass sich der 56-Jährige im kommenden Jahr um eine vierte und letzte Amtszeit bewerben will. Die UEFA hat ihn bereits zum Rücktritt aufgefordert. Auch aus Asien und der CONCACAF gibt es Kritik. Zudem plant die UEFA nach eigenen Angaben rechtliche Schritte in den USA im Zusammenhang mit den Plänen für „FIFA Forward Enterprise“.

