„Wurde nicht wertgeschätzt“: Timo Werner rechnet mit RB Leipzig ab!

Foto: IMAGO

Timo Werner hat erstmals ausführlicher über seine zweite Zeit bei RB Leipzig gesprochen – und dabei deutliche Kritik an seinem ehemaligen Klub geäußert. Der 30-Jährige hatte das Gefühl, in Sachsen nicht mehr die gleiche Wertschätzung wie bei seinem ersten Engagement erfahren zu haben.

Werner wechselte im Sommer 2022 für rund 20 Millionen Euro vom FC Chelsea zurück zu Leipzig. Zuvor hatte er bereits von 2016 bis 2020 für RB gespielt und sich dabei zu einem der gefährlichsten Stürmer der Bundesliga entwickelt. Sein Comeback in Leipzig verlief zunächst  ordentlich, ehe eine Verletzung und weitere Entwicklungen die Situation veränderten.

„Es war anders als bei meinem ersten Engagement, als sich das Spiel um mich drehte. Trotzdem lief es ziemlich gut, bis zu dieser Verletzung vor der Weltmeisterschaft, die mich das Turnier gekostet hat“, erklärte Werner im Gespräch mit Transfermarkt.

Der Angreifer musste sich damals einer Operation unterziehen. Zuvor hatte er in 16 Partien 13 Torbeteiligungen gesammelt. Die Verletzung habe jedoch nicht allein für die schwierige Entwicklung gesorgt. „Dann passierten noch ein paar andere Dinge im Alltag und im Fußball, die mir das Gefühl gaben, nicht wertgeschätzt zu werden“, sagte Werner.

Auch das Verhältnis zu Trainer Marco Rose war während Werners zweiter Leipzig-Zeit ein Thema. Der Stürmer hatte sich öffentlich über den aus seiner Sicht fehlenden Austausch mit dem Coach beklagt. Rose widersprach dieser Darstellung damals.

Über Umweg in die MLS

Nach seiner schwierigen Phase bei RB wechselte Werner zunächst auf Leihbasis zu Tottenham Hotspur. Nach anderthalb Jahren verließ Werner die Insel allerdings schon wieder.

„Es lief dort insgesamt einfach nicht gut“, bilanzierte der Stürmer. „Hinzu kam, dass ich als Leihspieler dort war, was es für einen Spieler immer etwas schwieriger macht. Sie wollten einfach eine andere Richtung einschlagen: mehr Geld ausgeben, den Kader verjüngen. Diese Entscheidung musste ich akzeptieren.

Werner kehrte erneut zurück nach Leipzig, konnte sich dort jedoch nicht mehr durchsetzen. Bei seinem dritten Engagement kam er lediglich zu drei Kurzeinsätzen in der Bundesliga.

Im vergangenen Winter folgte schließlich der ablösefreie Wechsel zu den San Jose Earthquakes in die MLS. Für Werner bedeutete der Schritt gleichzeitig einen bewussten Neuanfang.

„Ich wollte einfach mal etwas anderes machen“, erklärte der ehemalige Nationalspieler. Nach mehreren Jahren zwischen Leipzig und London habe er das Gefühl gehabt, dass es Zeit für ein neues Kapitel sei.

„Ich hätte auch bei einem anderen Verein in England unterschreiben können; es gab auch Optionen in Deutschland in der Bundesliga. Beide Ligen machen Spaß, aber es war einfach Zeit für etwas Neues. Auch wenn ich erst 30 bin, hatte ich einfach das Gefühl, dass es Zeit für ein neues Kapitel in meinem Leben war“, führte Werner aus.

Rückkehr nach Europa?

Auch die wachsende Zahl internationaler Stars in der MLS habe ihn zu dem Wechsel motiviert.

„Schauen Sie sich Robert Lewandowski oder Antoine Griezmann an. Sie waren in der vergangenen Saison wichtige Spieler für Barcelona und Atlético Madrid. Beide hätten in Europa bleiben und in einer Top-Liga spielen können, aber beide haben sich entschieden, hierherzukommen, weil die Liga immer wettbewerbsfähiger wird“, erklärte der ehemalige deutsche Nationalspieler.

Timo Werner
Foto: IMAGO

In Kalifornien läuft es für Werner bislang ordentlich: Für die Earthquakes erzielte er sechs Treffer in 13 Spielen und bereitete fünf weitere Tore vor.

Werners Vertrag in der MLS läuft noch bis Sommer 2028, eine Rückkehr nach Europa ließ er offen: „Ich werde auf jeden Fall nach Europa zurückkehren. Aber ob ich das als Spieler tun werde, das wird sich zeigen. Es hängt alles von der Gelegenheit und meiner Fitness ab. Im Moment genieße ich es einfach, hier zu sein. Ich habe Spaß. Was die Zukunft bringt, werden wir sehen.“

Diesen Artikel teilen