Der Druck auf FIFA-Präsident Gianni Infantino nach den gescheiterten Investorenplänen wird größer. Nun fordert die englische Verbandschefin die Offenlegung aller Unterlagen.
Seit Monaten steht FIFA-Boss Infantino massiv in der Kritik, nachdem er eine „Fifa Forward Enterprise (FFE)“, welche FIFA-Fördergelder bzw. Teile der Turniere verkaufen sollte, ankündigte. Der Plan des Schweizers wurde nach dem starken Gegenwind zwar vorläufig über Bord geworfen, dennoch ist das Vertrauen zwischen Infantino und zahlreichen Verbänden gebrochen.
Nun hat sich auch FA-Chefin Debbie Hewitt zu der Causa Infantino geäußert – und unmittelbar Transparenz gefordert. Dabei geht es nicht nur um die gescheiterten Investorenpläne, wie der englische Guardian berichtet.
Auch Balogun-Sperre ein Thema: FA-Chefin fordert von FIFA Aufklärung
Demnach streben Hewitt und weitere Mitglieder des FIFA-Rats zwei unabhängige Untersuchungen. Ein entsprechender Versuch, eine außerordentliche Sitzung des FIFA-Rats einzuberufen, scheiterte jedoch an der notwendigen Mehrheit. So steht nun die Ratssitzung des Weltverbandes am 15. Oktober im Mittelpunkt, wo beide Fälle aufgerollt werden sollen.
Genauer gesagt geht es dabei zum einen um eben jene FFE-Überlegungen. Der Umgang von Infantino mit den Plänen und der anschließenden Debatte hat zu einem Vertrauensbruch bei zahlreichen Nationalverbänden geführt. Auch die FA mit Chefin Hewitt fordert in diesem Atemzug eine umfassende Aufarbeitung und Offenlegung jeglicher Dokumente.
Zum anderen ist auch die aufgehobene Rot-Sperre des US-Stürmers Folarin Balogun während der WM 2026 noch nicht abgeholt. Nach dem Platzverweis soll US-Präsident Donald Trump Infantino angerufen haben, woraufhin die Sperre aufgehoben wurde. FIFA betont dagegen, das Verfahren sei ordnungsgemäß und unabhängig durch das Ethikkomitee entschieden worden. Ein schriftlicher Bericht liegt bislang nicht vor.

Der jetzige Vorstoß von Hewitt ist allerdings heikel: Schließlich ist Großbritannien der derzeit einzige Bewerber für die Frauen-WM 2035. Innerhalb des Verbandes hofft man, es sich durch die scharfe Kritik mit diesem Vorhaben der Bewerbung nicht zu verscherzen.

