Die FIFA zahlte Gianni Infantino zusätzlich zu seinem regulären Gehalt und seinen Prämien Millionen, gab diese Zahlungen jedoch nicht öffentlich bekannt, was einen mutmaßlichen Verstoß gegen die eigenen Statuten darstellt.
Das berichtet die englische Times. Quellen zufolge sollte ein Teil der nicht offengelegten Zahlungen an Infantino seinen luxuriösen Lebensstil in Miami im Vorfeld der Weltmeisterschaft finanzieren, darunter die Miete einer atemberaubenden Villa am Wasser für Zehntausende Dollar im Monat.
Eine Untersuchung der Times ergab, dass Infantino zwei getrennte Gehälter erhalten hat – eines von der FIFA in der Schweiz, das im Jahresbericht ausgewiesen ist, und ein weiteres, das von der WM-Organisationsgesellschaft in den USA gezahlt wurde und nicht ausgewiesen wurde.
Druck auf Infantino wächst
Seit Infantino 2016 zum Präsidenten gewählt wurde, hat sich die FIFA verpflichtet, sein Gehalt, seine Prämien und Zulagen – sowie die des Generalsekretärs – jedes Jahr zu veröffentlichen. Die Enthüllungen dürften den Druck auf den 56-jährigen Infantino weiter erhöhen, der bereits unter Rücktrittsdruck steht. Unter anderem, weil er Teile der Weltmeisterschaft an Investoren verkaufen wollte.

Im Jahr 2024 wurde im Jahresbericht der FIFA angegeben, dass Infantino etwas mehr als vier Millionen Euro verdient. Eine Steuererklärung, die das zur Organisation der Weltmeisterschaft gegründete Unternehmen FWC2026 US Inc. für dieses Jahr beim US-Finanzamt (Internal Revenue Service) eingereicht hat, zeigt jedoch, dass Infantino weitere gut 1,5 Millionen Euro erhielt, die von der FIFA in ihrem Jahresbericht nicht öffentlich ausgewiesen wurden. Das ist ein Problem.
Quellen zufolge erhielt Infantino für die Jahre 2025 und 2026 ähnliche Beträge. Vielleicht sogar noch mehr. Der Generalsekretär der FIFA, Mattias Grafström, erhielt keine zusätzliche Zahlung von FWC2026, ebenso wenig wie der Präsident der CONCACAF, Victor Montagliani, obwohl dieser Vorsitzender des FWC2026-Vorstands war. Auch das sorgt nicht gerade für eine Beruhigung der Situation. Das muss aufgearbeitet werden und ist Wasser auf die Mühlen der Kritiker. Zuletzt hatte unter anderem DFB-Präsident Neuendorf heftige Kritik geäußert.

