Mit Jürgen Klopp beginnt eine neue Ära bei der deutschen Nationalmannschaft. Nach dem enttäuschenden Abschneiden bei der Weltmeisterschaft 2026 soll der Erfolg zurückkehren. Eine Personalie scheint dabei jedoch nicht zur Debatte zu stehen: Joshua Kimmich wird nach Einschätzung von Rudi Völler auch künftig die Kapitänsbinde tragen.
Nach dem erneuten frühen WM-Aus und dem anschließenden Rücktritt von Julian Nagelsmann richtet sich der Blick beim DFB nach vorne. Mit Jürgen Klopp übernimmt einer der erfolgreichsten deutschen Trainer der vergangenen Jahre die Nationalmannschaft und soll sie zurück in die Weltspitze führen.
Zumindest auf der Kapitänsposition erwartet DFB-Sportdirektor Rudi Völler keine Veränderungen. Am Rande des „Internationalen Trainer-Kongresses“ in Mainz stellte sich der 66-Jährige klar hinter Joshua Kimmich.
Auf die Frage, ob Kimmich auch unter Klopp Kapitän bleiben werde, antwortete Völler eindeutig: „Ich gehe mal davon aus. Jo Kimmich hat es in vielen Länderspielen bewiesen, dass er ein Fahnenträger ist, ein toller Kapitän. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es da eine große Veränderung geben wird.“
Damit stärkt der DFB-Sportdirektor dem Bayern-Profi unmittelbar vor dem Neustart demonstrativ den Rücken. Kimmich gilt seit Jahren als einer der Führungsspieler der Nationalmannschaft und soll diese Rolle offenbar auch unter Klopp weiter ausfüllen.
Völler sprach zudem über die besondere Herausforderung, die auf den neuen Bundestrainer wartet. Trotz seiner großen Erfolge im Vereinsfußball werde auch Klopp die besondere Dimension des Nationaltrainer-Amtes erst vollständig kennenlernen.
Lob für Klopp – Rückendeckung für Nagelsmann

„Er ist ein unglaublich erfahrener Trainer“, sagte Völler über den neuen Bundestrainer. Gleichzeitig machte er deutlich, dass der Job beim DFB einzigartig sei: „Er merkt schon, welche Wucht dieses Amt hat. Diese Erfahrung habe ich auch gemacht, ich war es ja auch vier Jahre mal: Es ist halt nicht wie bei einer Vereinsmannschaft.“
Der Weltmeister von 1990 verwies zudem auf den enormen öffentlichen Druck, dem jeder Bundestrainer ausgesetzt ist: „Da kann man bei den besten Klubs der Welt sein, aber Nationaltrainer zu sein bei einem großen Verband – und das ist Deutschland ja immer noch –, das ist ein Riesenpfund. Und er wird auch merken, das habe ich auch Julian immer wieder gesagt: Egal, welche Entscheidung man trifft – bei der Nominierung, der Aufstellung, taktisch –, da sind 80 Millionen, die das mitdiskutieren. Und man kann es nicht allen recht machen.“
Zum Abschluss nahm Völler auch seinen Vorgänger Julian Nagelsmann in Schutz, der nach dem WM-Aus gegen Paraguay seinen Rücktritt erklärt hatte. Die Kritik an dem 39-Jährigen sei aus seiner Sicht teilweise überzogen gewesen.
„Das hat er nicht verdient. Er ist ein Top-Charakter, ein Top-Junge, der eine ganz große Trainerkarriere vor sich hat, er ist ja noch jung. Ich bin mir sicher, dass es nicht lange dauern wird, bis er wieder bei einem Topverein ist. Da wette ich sehr viel drauf.“
Mit seinen Aussagen macht Völler deutlich, dass der DFB trotz des Trainerwechsels auf Kontinuität bei den Führungsspielern setzt. Joshua Kimmich soll auch unter Jürgen Klopp das Gesicht der Nationalmannschaft bleiben und die DFB-Auswahl als Kapitän in die Qualifikation für die Europameisterschaft führen.

