Am Samstagabend kam es beim Duell des 1. FC Kaiserslautern gegen den Karlsruher SC nicht nur zum Zweitliga-Topspiel, sondern auch zum 70. Südwestderby der Geschichte. Entsprechend erwarteten die Fans im Vorfeld ein feuriges Duell. Sie sollten nicht enttäuscht werden.
Kaiserslautern-Coach Thorsten Lieberknecht traf nach dem Unentschieden zum Auftakt gegen Wolfsburg und Tobias Strobl zum zweiten Mal in Folge auf einen Zweitligatrainer-Neuling. Maximilian Senft hatte mit seinem Team zum Saisonauftakt einen knappen 2:1-Sieg über Arminia Bielefeld eingefahren. Auf dem Betzenberg nahm der Eichner-Nachfolger keine Veränderungen in der Startelf vor, auch Lieberknecht vertraute den Jungs vom vergangenen Wochenende.
Die Anfangsphase der Partie war geprägt von vielen hitzigen Zweikämpfen und Provokationen. ,,Ein wildes Spiel“, hatte Lieberknecht prophezeit – vor allem sein Kapitän Marlon Ritter tat zu Beginn vieles dafür. Der Offensivmann ging als ,,Aggressive Leader“ voran und verstrickte sich damit früh in Scharmützel mit Marcel Franke, Lilian Egloff und Christoph Kobald.
Kaiserslautern übernahm in der Folge das Gros an Spielanteilen, Karlsruhe hielt defensiv dagegen. Lange wartete das Spiel auf die erste Torchance. Es dauerte bis zu 22. Minute, dann traf Mergim Berisha auf Lupfer-Vorarbeit von Naatan Skyttä aus spitzem Winkel das Außennetz. Auch Innenverteidiger Jan Elvedi verzeichnete eine Chance, sein Strahl aus knapp 20 Metern flog allerdings knapp über den Kasten (34.).
Wenig Chancen, Skyttä und Broschinski müssen verletzt raus
Der KSC fand offensiv über weite Teile der ersten Halbzeit überhaupt nicht statt. Erst ein individueller Fehler von Fabian Kunze lud die Badener zu einem Torschuss ein, den Versuch von Moritz Broschinski knapp außerhalb des Sechzehners konnte Julian Krahl mit den Fäusten parieren (36.). Broschinski war es auch, der in der Nachspielzeit des ersten Durchgangs die dickste Chance der Partie hatte – frei vor Krahl scheiterte der Mittelstürmer jedoch abermals am Keeper der Roten Teufel.
Das war allerdings Broschinskis letzte Aktion, der Stürmer musste verletzungsbedingt ausgewechselt werden. Für ihn kam der 17-jährige John Meyer ins Spiel und zu seinem Profidebüt. Auch auf der anderen Seite kam es zuvor zu einem verletzungsbedingten Wechsel, da Skyttä nach einem harten Zweikampf unter Tränen nicht mehr weitermachen konnte. Für den Finnen kam Ibrahim Kanaté.
Karlsruhe ist das bessere Team, kann sich aber nicht belohnen
Zur Pause nahm KSC-Coach Senft den nächsten Wechsel vor. Wie in der Vorwoche kam Kevin Wiethaup für Egloff aufgrund von Belastungssteuerung. Zudem war der Mittelfeldmann bereits gelb vorbestraft. Kaiserslautern kam besser in den zweiten Durchgang. Nach einem Steilpass von Ritter umkurvte Kanaté Hans-Christian Bernat, Kobald rettete in höchster Not (47.).

Danach erarbeitete sich der KSC aber immer mehr Spielanteile. Das Senft-Team war die griffigere Mannschaft und entschied nun viele Zweikämpfe für sich. Kobald schnupperte am Traum- und Führungstor, den wuchtigen Schuss des Innenverteidigers lenkte Krahl allerdings glänzend über die Latte (68.). Der Schlussmann war auch wenige Minuten später wieder gefragt, Wanitzek hatte vor dem Sechzehner freie Schussbahn (77.). Danach schaltete KSC-Keeper Bernat bei einem Freistoß in der Lautern-Hälfte schnell, der zurückeilende Krahl bewahrte sein Team abermals vor dem Rückstand. Die Roten Teufel wirkten erschöpft, der KSC war das bessere Team (79.).
In der Schlussphase passierte bis auf einen Schuss von Joker Louey Ben Farhat (90+4.) allerdings nichts Nennenswertes mehr. Während Kaiserslautern mit zwei torlosen Remis in Folge in die Spielzeit startet, legt der KSC mit vier Punkten einen zufriedenstellenden Saisonstart hin. Als Nächstes empfangen die Badener den VfL Wolfsburg, Kaiserslautern reist am 3. Spieltag zum FC St. Pauli nach Hamburg.

