Mal war er verletzt, mal war kein Kraut gegen Manuel Neuer gewachsen, mal war die Hierarchie vorab zu klar festgelegt. Marc-Andre ter Stegen hat sich den Traum, Deutschland als Nummer 1 zu einem Turnier zu führen, noch nicht ermöglichen können.
Der Torhüter, der nach einer langen verletzungsbedingten Leidenszeit jetzt für Ajax spielt, erhält jetzt aber seine Chance. Jürgen Klopp kann sich hinsichtlich einer möglichen Rolle bei der EM 2028 natürlich noch nicht festlegen, aber der Torhüter bekommt jetzt die Möglichkeit, sich zu zeigen. Und das mehrfach.
Die ersten beiden Spiele soll er nämlich direkt einmal absolvieren. Dann findet ein Tausch statt, der aber fast den ganzen Kader betrifft. Insofern ist das schon ein Vertrauensbeweis von Trainer Klopp.
Ter Stegen spricht über Zweifel
Natürlich ist es für einen Torhüter nicht leicht, sich immer wieder zurückkämpfen zu müssen. „Für mich ist es immer etwas Besonderes, jetzt auch wieder hier zu sein. Vor allen Dingen dann, wenn du eine Zeit hattest, in der es nicht so gelaufen ist, wie du es dir vorgestellt hast, wenn dein Körper dir nicht zur Seite stand, dann weißt du es natürlich umso mehr zu schätzen. Ich glaube, dass ich viel gearbeitet habe, dass das wieder eintritt“, erklärte Ter Stegen jetzt gegenüber Sky & RTL.

Die Verletzungen haben den Keeper auch sichtlich mitgenommen, vor allem mental war es schwierig. „Ich kann jetzt nicht sagen, dass ich nicht auch öfter mal gezweifelt habe – gerade nach einer Verletzung, gerade wenn die eine in die nächste übergeht. Du fängst an zu zweifeln und es fühlt sich alles nicht gut an. Und über die Reha-Phase merkst du aber auch, dass dein Körper darauf antwortet und sich bedankt, dass es wieder in die richtige Richtung geht“, so der Ex-Gladbacher.
Jetzt geht es in der Nations League darum, dass er Vertrauen in die eigene Leistungsfähigkeit gewinnt.

