Nächster Infantino-Schock: Heimatland entzieht Unterstützung

Foto: IMAGO

FIFA-Präsident Gianni Infantino laufen allmählich die Unterstützer weg. Auch sein Heimatland steht nicht mehr hinter ihm.

Noch im Juni hatte der schweizerische Fußball-Verband betont, dass man den Funktionär bei der Wahl des FIFA-Präsidenten im März 2027 unterstützen wird. Inzwischen hat sich die Lage jedoch entscheidend verändert, wie der SFV in einer Pressemitteilung erklärte.

„Der Schweizerische Fussballverband erwartet von der Führung der FIFA höchste Standards in Bezug auf Transparenz, Nachvollziehbarkeit und institutionelle Verantwortung. Die im Schreiben vom 21. September von der FIFA angekündigten Schritte sind zwar ein wichtiges Signal und können zu Verbesserungen beitragen. Gleichzeitig bleiben zentrale Fragen zu den Hintergründen, Verantwortlichkeiten und Entscheidungsprozessen offen“, wird SFV-Sprecher Peter Knäbel zitiert: „Da diese nicht überzeugend geklärt sind, können wir eine weitere Unterstützung der Kandidatur von Gianni Infantino nicht verantworten.“

„Neubewertung der Entwicklungen“: SFV entzieht Infantino das Vertrauen

Es habe eine „umfassende Neubewertung der Entwicklungen“ stattgefunden, heißt es von Vereinsseite: „Aus Sicht des SFV werfen verschiedene Vorgänge grundlegende Fragen zu Führung, Governance, Transparenz und Entscheidungsprozessen innerhalb der FIFA auf. Dies betrifft insbesondere die Themen Regelklarheit und Wettbewerbsintegrität im Fall Balogun sowie die institutionelle Einbindung und Verantwortlichkeit im Zusammenhang mit FIFA Forward Enterprise.“

Der schweizerische Verband betonte, dass die keine Abkehr von der konstruktiven Zusammenarbeit mit der FIFA bedeuten soll: „Als Verband im Land der Sitze von FIFA und UEFA ist sich der SFV seiner besonderen Verantwortung bewusst und wird sich auch künftig für Transparenz, glaubwürdige und verlässliche Strukturen, regelbasierte Entscheidungsprozesse sowie die Stärkung eines geeinten und integren internationalen Fussballs einsetzen.“

Gianni Infantino
Foto: Getty Images

Infantino hat in den letzten Monaten schon zahlreiche Unterstützer verloren. Die Kontinentalverbände UEFA, CONCACAF und AFC stellten sich in gemeinsamen Statements gegen den Weltverband und seinen Präsidenten. Inzwischen planen die Verbände, einen Gegenkandidaten für die Wahl im März 2027 aufzustellen. Als Kandidat gilt CONCACAF-Boss Victor Montagliani, eine Entscheidung soll aber erst in einer Woche beim UEFA-Gipfel in Berlin fallen.

Diesen Artikel teilen