Der Machtkampf um das FIFA-Präsidentenamt nimmt weiter Fahrt auf. Mit Kozo Tashima hat sich ein weiterer Herausforderer von Amtsinhaber Gianni Infantino in Stellung gebracht. Der ehemalige Präsident des japanischen Fußballverbands will bei der Wahl im März antreten und könnte dabei auf prominente Unterstützung aus Europa bauen. Insbesondere die UEFA soll hinter seiner Kandidatur stehen.
Tashima ist nach dem früheren Tottenham-Profi Ramon Vega bereits der zweite Kandidat, der seine Ambitionen vor dem Nominierungsschluss am 18. November öffentlich gemacht hat.
Um bei der Wahl in Rabat tatsächlich antreten zu dürfen, benötigt jeder Bewerber die Unterstützung von mindestens fünf der 211 FIFA-Mitgliedsverbände. Während bei Vega noch Zweifel bestehen, ob er diese Voraussetzung erfüllen kann, dürfte Tashima die notwendigen Nominierungen problemlos sammeln.
Wie der Guardian berichtet, soll der 68-Jährige seine Kandidatur mit Rückendeckung der UEFA vorantreiben. Der Japaner verfügt demnach über gute Kontakte nach Europa und führte bereits beim AFC-Kongress in Tokio im vergangenen Monat Gespräche mit Vertretern des europäischen Fußballverbands. Die UEFA hatte zuvor nach einem eigenen geeigneten Gegenkandidaten zu Infantino gesucht.
UEFA sieht in Tashima offenbar eine Alternative
Hintergrund ist das zunehmend angespannte Verhältnis zwischen der UEFA und Infantino. Besonders dessen gescheiterter Plan, einen Anteil von 20 Prozent an den FIFA-Vermarktungsrechten zu verkaufen, sorgte für Widerstand. Die Europäer positionierten sich daraufhin zunehmend gegen den Amtsinhaber und suchten nach einer Alternative für die anstehende Wahl.
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Mit Tashima könnte nun ein Kandidat gefunden sein, der auch außerhalb Europas auf Zustimmung hoffen darf. Der Japaner könnte insbesondere innerhalb der asiatischen Konföderation Stimmen gewinnen und damit Infantinos Rückhalt in dieser Region gefährden.

Das ist durchaus bemerkenswert, nachdem Scheich Salman bin Ibrahim al-Khalifa, Präsident des asiatischen Fußballverbands, erst im Oktober öffentlich seine Unterstützung für Infantino erklärt hatte. Zuvor hatte sich der Verband noch an der Kritik der UEFA und der CONCACAF beteiligt.
Tashima will „Appell an die Welt richten“
Tashima selbst betonte bei der Bekanntgabe seiner Kandidatur die Unterstützung des japanischen Fußballverbands: „Ich bin dankbar, dass ich diese Ankündigung mit der vollen Unterstützung des japanischen Fußballverbands machen kann.“
„Es geht nicht um Sieg oder Niederlage, sondern darum, der Welt die ehrliche, solide und integre Haltung zu vermitteln, die den japanischen Fußball auszeichnet. Was die FIFA jetzt braucht, sind genau diese Werte, die wir verteidigt haben. Ich habe mich zur Kandidatur entschlossen, um diesen Appell an die Welt zu richten“, ergänzte der Japaner.
Ob Tashima Infantino tatsächlich gefährlich werden kann, bleibt abzuwarten. Neben ihm und Vega könnten bis zum Ablauf der Nominierungsfrist weitere Bewerber hinzukommen. Klar ist jedoch: Die Opposition gegen den FIFA-Präsidenten formiert sich zunehmend.
