Das öffentliche Ansehen von FIFA-Präsident Gianni Infantino kommt spätestens seit dem WM-Sommer immer mehr zu Schaden. Während der 56-Jährige um seine Zukunft im Amt kämpft, werden nun weitere brisante Berichte über Vorwürfe gegen Infantino berichtet. Diese reichen an den Beginn seiner Amtszeit zurück.
Laut einem Bericht des britischen Telegraph wurde die Ethikkommission der FIFA bereits wenige Monate nach der Ernennung Infantinos zum Präsidenten des Fußball-Weltverbandes im Jahr 2016 auf ihn aufmerksam. Darauf beruft sich die BILD, die von ,,Verstöße gegen interne Regeln, fragwürdige Reisen in Privatjets und eigenmächtige Personalentscheidungen“ spricht.
Die damalige Untersuchung der Ethikkommission blieb jedoch am Ende ohne Konsequenzen. Zwar etablierte sich ein Bild von Infantino als Präsident, der ,,Protokolle und Vorschriften früh ignorierte.“ Dennoch wurde Infantino in allen sieben Anklagepunkten freigesprochen.
Infantino: Privat-Profit seit Beginn der Präsidenten-Amtszeit
Konkret ging es bei den damaligen Vorwürfen unter anderem um diverse Privatjet-Flüge, die sich Infantino von mächtigen Staatsmännern organisieren ließ. Darin involviert sind unter anderem der russische Fußballverband, die Gazprom-Gesellschaft, als auch der Emir von Katar. Für Privataudienzen wurde Infantino der rote Teppich ausgerollt, Absprachen mit der FIFA waren Fehlanzeige. Diese Art von Eigenmächtigkeit kam auch im Rahmen eines Papst-Besuchs von Infantino im Vatikan zum Vorschein. Aus einer Privataudienz machte der 56-Jährige einen Familienausflug, nahm seine Frau und seine Mutter im Privatjet mit auf die Reise.

Dass Infantino nicht nur sich selbst, sondern auch seine Angehörigen und engsten Freunde bereichern ließ, war demnach kein Einzelfall. Infantino stellte den Berichten zufolge mehrere enge Vertraute für hochrangige Positionen innerhalb der FIFA zu luxuriösen Gehältern ein. Nach Ansicht der Kritiker passten diese nicht in das Vergütungssystem der Organisation, Infantino ignorierte die Vorschriften. Zudem fiel er selbst durch zu hohe Gehaltsforderungen auf, bezeichnete ein Jahressalär in Höhe von zwei Millionen Euro als ,,beleidigend“ und zögerte die Vertragsunterschrift hinaus.
Ob sich die Amtszeit von Infantino bald dem Ende zuneigen wird? Fest steht, dass ihn die UEFA vor den nächsten Wahlen aus dem Amt haben will. Außerdem laufen in den USA rechtliche Verfahren gegen den Mann, der die Entwicklung des Fußballs zur globalen Gelddruckmaschinerie weiter vorantreiben will.

