Yan Diomande hat gerade einmal sein erstes Spiel von Beginn an für Real Madrid absolviert – und bekommt bereits zu spüren, welcher Druck mit seinem Mega-Transfer verbunden ist. Nach dem 4:1-Erfolg der Königlichen gegen Rayo Vallecano gingen mehrere spanische Medien hart mit dem 19-Jährigen ins Gericht.
Diomande war im Sommer für eine fixe Ablöse von 125 Millionen Euro von RB Leipzig nach Madrid gewechselt. Damit ist der Flügelspieler nur knapp hinter Jude Bellingham der zweitteuerste Einkauf der Real-Geschichte. Durch Bonuszahlungen kann das Gesamtpaket sogar noch auf 140 Millionen Euro anwachsen.
Nach fünf Einsätzen als Einwechselspieler durfte Diomande gegen Rayo erstmals von Beginn an ran. Trainer José Mourinho setzte ihn auf dem rechten Flügel ein. Eine Torbeteiligung gelang dem Youngster nicht, nach 70 Minuten war sein Arbeitstag beendet. Arda Güler kam für ihn in die Partie.
Die spanische Presse hatte sich vom Millionen-Neuzugang deutlich mehr erhofft.
Marca gibt Diomande die schlechteste Real-Note

Besonders deutlich fiel das Urteil der Marca aus. „Man weiß immer noch nicht, ob er ein Star ist oder nicht. Und wenn man 140 Millionen Euro gekostet hat, ist das ein Problem, auch wenn der Preis nicht seine Schuld ist. Aber ja, dieser Preis wird ihn noch lange verfolgen“, schreibt die spanische Sportzeitung.
Auch die Leistung gegen Rayo konnte die Kritiker nicht überzeugen: „Gegen Rayo gab Mourinho ihm seine erste Chance in der Startelf, und er blieb sehr unauffällig. Vom teuersten Spieler in der Geschichte von Real Madrid muss man mehr verlangen als zwei gute Tempovorstöße auf seiner Seite.“
Die Marca bewertete Diomande mit lediglich fünf von zehn Punkten. Damit erhielt der ehemalige Leipziger die schlechteste Bewertung aller Real-Spieler, die in der Startelf standen.
Ähnlich kritisch fiel das Fazit der as aus. Dort erkannte man beim 19-Jährigen noch deutliche Zurückhaltung: „Man spürt eine gewisse Schüchternheit in seinem Spiel.“ Die anfängliche Euphorie im Santiago Bernabéu habe Diomande mit seinem Auftritt „gedämpft“.
„Der Stammspieler ist heute Güler“
Auch Antonio Romero vom Radiosender Cadena SER sieht Diomande derzeit nicht als erste Wahl. „In den Momenten, in denen er gespielt hat, hat uns Diomande nicht beeindruckt. Der Stammspieler ist heute Güler“, erklärte der Journalist.
Romero ging sogar noch einen Schritt weiter: „Aber man ist gezwungen, Diomande manchmal einzusetzen, um keine Zweifel an dem Spieler aufkommen zu lassen.“
Für einen 19-Jährigen nach gerade einmal sechs Einsätzen im Trikot der Königlichen ist das ein bemerkenswert hartes Urteil. Der enorme Preis scheint dafür zu sorgen, dass Diomande praktisch keine Anlaufzeit zugestanden wird.
Bei Real Madrid dürfte die Situation deutlich gelassener betrachtet werden. Mourinho hatte erst vor wenigen Tagen betont, dass sein Neuzugang Zeit benötige, um sich an seine neue Mannschaft und die veränderten Anforderungen zu gewöhnen.
Dennoch zeigt die Reaktion der spanischen Medien bereits, was Diomande in Madrid erwartet. Wer für bis zu 140 Millionen Euro zu Real wechselt, wird unabhängig von seinem Alter an außergewöhnlich hohen Maßstäben gemessen.
Nach seinem durchwachsenen Startelf-Debüt steht der ehemalige Leipzig-Star damit schon früh unter Beobachtung. Die nächste Gelegenheit, eine sportliche Antwort auf die heftige Kritik zu geben, dürfte allerdings nicht lange auf sich warten lassen.

