Borussia Mönchengladbach hat auf den katastrophalen Saisonstart reagiert und sich von Cheftrainer Eugen Polanski getrennt. Nach dem 0:5-Debakel beim SC Freiburg zogen die Verantwortlichen am Sonntag die Konsequenzen. Die Suche nach einem Nachfolger läuft – und erste Namen werden bereits gehandelt.
Wie die BILD berichtet, sollen vier Trainer zum Kreis der möglichen Kandidaten gehören. Besonders Ole Werner und Horst Steffen werden mit dem Tabellenletzten in Verbindung gebracht. Beide Namen hatte Sky-Experte Lothar Matthäus bereits am Samstagabend ins Spiel gebracht.
Vorerst wird allerdings Jan-Moritz Lichte die Mannschaft übernehmen. Der im Sommer verpflichtete Assistenztrainer wurde von der Borussia als Interimslösung eingesetzt. Neben Polanski musste auch Co-Trainer Tobias Trulsen den Verein verlassen.
Für die Gladbacher Verantwortlichen geht es nun darum, möglichst schnell eine dauerhafte Lösung zu finden. Die sportliche Situation ist schließlich äußerst angespannt.
Werner und Steffen werden in Gladbach gehandelt

Zu den prominentesten Kandidaten gehört Ole Werner. Der 38-Jährige trainierte zuletzt RB Leipzig und führte die Sachsen in der vergangenen Saison zur Qualifikation für die Champions League. Dennoch entschied sich RB anschließend für einen Trainerwechsel und verpflichtete Martin Demichelis.
Ein mögliches Engagement Werners in Gladbach hätte allerdings eine Besonderheit. Der Coach steht weiterhin bei Leipzig unter Vertrag. Die Borussia müsste sich daher zunächst mit RB über die Modalitäten eines Wechsels verständigen.
Ein weiterer Kandidat ist Horst Steffen. Der 57-Jährige ist seit seiner Entlassung bei Werder Bremen im vergangenen Februar ohne Verein und kennt Borussia Mönchengladbach bereits aus seiner Vergangenheit. Steffen arbeitete einst im Nachwuchsbereich der Fohlen.
Laut Bild werden zudem Alexander Blessin und Christian Eichner als mögliche Polanski-Nachfolger gehandelt. Blessin war zuletzt beim FC St. Pauli tätig, Eichner arbeitete bis zum vergangenen Sommer beim Karlsruher SC in der 2. Bundesliga.
Gladbach steht nach Fehlstart massiv unter Druck
Dass die Borussia bereits zu diesem frühen Zeitpunkt der Saison die Reißleine zieht, ist vor allem auf die ernüchternden Ergebnisse zurückzuführen. Nach dem 0:5 in Freiburg steht Gladbach ohne einen einzigen Punkt am Tabellenende.
Auch das Torverhältnis von 3:12 verdeutlicht die Probleme. Die Verantwortlichen sahen deshalb offenbar keine Grundlage mehr für eine Fortsetzung der Zusammenarbeit mit Polanski.
Sportchef Rouven Schröder begründete die Entscheidung am Sonntag: „Trotz einer guten Vorbereitung und positiver Ansätze ist es der Mannschaft in der Bundesliga nicht gelungen, die gewünschten Ergebnisse zu erzielen.“
Vor allem die jüngsten Auftritte hätten schließlich den Ausschlag gegeben. „Die zuletzt gezeigten Leistungen haben zu der Entscheidung geführt, Eugen mit sofortiger Wirkung von seinen Aufgaben zu entbinden“, erklärte Schröder.
Nun beginnt am Niederrhein die Suche nach einem Trainer, der die Mannschaft möglichst schnell aus dem Tabellenkeller führen kann. Mit Werner, Steffen, Blessin und Eichner stehen zumindest vier interessante Namen im Raum.
Bis eine Entscheidung gefallen ist, liegt die Verantwortung bei Lichte. Angesichts des Fehlstarts dürfte Gladbach bei der Trainersuche allerdings keine Zeit verlieren wollen.

