Eugen Polanski ist nicht länger Trainer von Borussia Mönchengladbach. Bei den Fohlen fand also der erste Trainerwechsel der neuen Saison statt. Es ist schon jetzt eine Aktion, die wohl unvermeidlich war.
„Wir hatten uns viel vorgenommen, haben es aber nicht umgesetzt bekommen. Das tut mir leid. Ich hoffe sehr, dass die Borussia ganz schnell die Kurve kriegt. Ich wünsche dem Verein, der Mannschaft und allen wunderbaren Fans nur das Beste. Danke für die gemeinsame Zeit“, lauteten die Abschiedsworte des Trainers.
Jetzt geht es darum, dass man es in Mönchengladbach schafft, den idealen Nachfolger zu verpflichten. Es gibt sicher mehrere Kandidaten, die auf der Liste auftauchen werden. Drei Wochen dauert die nun anstehende Länderspielphase an, die nach dem Spiel gegen Mainz 05 beginnt.
Was braucht Gladbach eigentlich?
Zuerst einmal müssen die Verantwortlichen der Fohlen für sich definieren, was für einen Trainer sie überhaupt benötigen. Klar ist, dass ein neuer Übungsleiter natürlich erst einmal nur Akzente setzen kann, indem er fußballerische Veränderungen vollzieht und die Mannschaft neu motiviert, ihr Leben einhaucht. Transfers sind nicht möglich, zumindest nicht bis zum Winter. Und auch hier muss man sich im Klaren darüber sein, dass die Kassen nicht groß gefüllt sind.
Ein Trainer, der für die Umsetzung „seines“ Fußballs also zwei, drei, vielleicht vier neue Spieler benötigt, ist falsch. Es braucht jemanden, der motivieren kann, schnell einen guten Draht zu den Fans aufbauen kann und die Spieler packt, mitreißt, sich anpassen kann. Das ist essenziell wichtig.
Welche Trainer genau das mitbringen könnten
Ehrlicherweise wird aufgrund des genannten Profils die Liste der Kandidaten, die den Anforderungen entsprechen, schon automatisch kleiner. Wenn die Motivation und das Drumherum im Vordergrund steht, dann wäre natürlich Bo Henriksen ein ganz heißer Kandidat. Er hat Mainz 05 in einer schwierigen Situation übernommen, den Klub komplett neu angezündet und schnell gute Ergebnisse eingefahren.
Und das mit weitgehend einfachen Mitteln. Was bei Henriksen und Mainz schließlich das Problem war: Irgendwann war die „Masche“, die sein Erfolgsrezept war, aufgebraucht und funktionierte nicht mehr. In diesem Moment hat die Weiterentwicklung gefehlt. Das ist etwas, das für die Mainzer damals ein Grund war, die Reißleine zu ziehen. Die Fohlen brauchen aber jetzt sofort eine Veränderung. Und da wäre Henriksen jemand, der passen kann.

Ole Werner wäre auch ein Kandidat. Er ist zwar nicht der geborene Motivator, aber kann ein Team schnell auf seine Seite ziehen, ihm die Basics beibringen, die essenziell sind. Er hat in Bremen gute Arbeit geleistet und auch dort in schwierigen Situationen oft die richtigen Worte gefunden, die Mannschaft taktisch nicht überfordert. Auch Lothar Matthäus ist ein Fan des Coaches. Neben Henriksen und Werner gäbe es noch solide Lösungen, die aber allesamt ein paar Fragezeichen mitbringen würden, darunter Horst Steffen, Christian Eichner oder Kasper Hjulmand.
Was Gladbach vermeiden sollte
Einen Fehler darf die Borussia aber nicht machen, nämlich in dem Segment der Trainer fischen, die in den letzten Jahren ohnehin schon von Klub zu Klub hin- und hergereicht wurden, aber nirgends dauerhaft große Dinge bewirken konnten. Steffen Baumgarts Methoden hatten sich zuletzt immer schneller abgenutzt, Ralph Hasenhüttl ist jemand, der zwar immer das Pressing in den Vordergrund stellt, dahinter aber große Probleme mit der Herstellung einer guten Kompaktheit hat.
Und genau das braucht Gladbach jetzt. Die gleichen Vorbehalte gelten übrigens bei Trainern wie Bruno Labbadia oder dem zuletzt in der Schweiz gescheiterten Ludovic Magnin. Die Fragezeichen sind einfach zu groß und die Profile passen nicht zu den Anforderungen. Wenn Rouven Schröder das auf dem Schirm hat, dann sieht es gut aus für die Gladbacher Trainersuche.

