Lennart Karl hat nach der Partie in Elversberg zu seinem Torjubel Stellung genommen. Der Offensivspieler des FC Bayern erzielte die Führung und wandte sich anschließend provozierend an die Heimkurve. Danach bekam er die Reaktion der Zuschauer zu spüren.
Für den jungen Angreifer war es einer der ersten Auftritte nach längerer Pause. Karl war zuletzt wegen einer hartnäckigen Muskelverletzung ausgefallen und ist erst seit Kurzem zurück im Kader des Rekordmeisters. In Elversberg traf er zum 1:0.
Unmittelbar nach dem Treffer lief Karl in Richtung der Anhänger des Gastgebers und legte den Zeigefinger an die Lippen. Die Geste forderte die Zuschauer zum Schweigen auf und blieb auf den Rängen nicht unbeantwortet.
Pfiffe bis zur Auswechslung

Von da an begleiteten Pfiffe jeden seiner Ballkontakte. Erst mit der Auswechslung des Offensivspielers legte sich die Stimmung gegen ihn im Stadion.
Nach dem Abpfiff nahm Karl die Szene auf seine eigene Kappe. „Es sind Emotionen. Es tut mir leid, wenn sie mich missverstanden haben – ich habe es nicht so gemeint“, sagte der Torschütze. Er ergänzte: „Die meisten Fußballfans wissen, dass es Emotionen sind und dass das im Fußball einfach auch dazugehört. Es tut mir leid.“
Den Treffer selbst schilderte Karl nüchtern: „Ja, zum Glück war ich am zweiten Pfosten. Da hatte ich ein wenig Glück, dass ich den Ball bekommen habe, dass er durchgerutscht ist und dann war der Abschluss gut.“
Nominierung noch nicht entschieden
Offen ist, ob Karl in den Kader der Nationalmannschaft berufen wird. Jürgen Klopp gibt sein Aufgebot am Donnerstag bekannt. Für eine Nominierung spricht, dass die Länderspielphase dem Angreifer Spielrhythmus verschaffen könnte, den er nach seiner Verletzung noch nicht gefunden hat.

